Voraussagen, die aufgrund des Schöpfungs- und Evolutionsmodells gemacht werden können

In der vorangegangenen Diskussion haben wir die Bedeutung von Schöpfung und Evolution definiert. Wir haben angebliche evolutionistische Mechanismen beschrieben sowie all das, was das menschliche Wissen uns über den Schöpfungsvorgang aussagen kann. Wir sind jetzt bereit, vorauszusagen, welchen Beweis die Fossilien aufgrund des Schöpfungsmodells auf der einen Seite und des Evolutionsmodells auf der anderen Seite erbringen müssen.

Schöpfungsmodell. Vom Schöpfungsmodell ausgehend müssten wir bei den Fossilien ein urplötzliches Erscheinen höchst komplexer Lebensformen ohne Anzeichen von Ahnenformen voraussagen. Wir würden von den Fossilien erwarten, dass alle wichtigen Lebensformen, also die grundlegenden Pflanzen- und Tierarten, ohne Anzeichen von Übergangsformen, die eine Grundart mit einer anderen verbinden würden, zu finden sind.

Wir würden also erwarten, die versteinerten Überreste von z.B. Katzen, Hunden, Bären, Elefanten, Kühen, Pferden, Fledermäusen, Dinosauriern, Krokodilen, Affen, Menschenaffen und Menschen zu finden ohne jegliche Anzeichen von gemeinsamen Vorfahren. Jede eigentliche Art würde in ihrer frühesten fossilen Erscheinung alle vollkommen ausgebildeten Eigenschaften besitzen, die diese bestimmte Art kennzeichnen.

Evolutionsmodell. Vom Evolutionsmodell ausgehend würden wir vorhersagen, dass die ältesten Gesteinsschichten, in denen Fossilien zu finden sind, auch die primitivsten Lebensformen aufweisen, die zur Versteinerung geeignet waren. Bei der Untersuchung jüngerer Gesteinsschichten würden wir davon ausgehen, den schrittweisen Übergang von diesen relativ einfachen Lebensformen zu immer komplexeren Lebensformen zu finden. Da sich die Lebensformen auseinanderentwickelt haben zu Millionen von Arten, die in der Vergangenheit existiert haben und heute existieren, würden wir erwarten, den Übergang einer Art zur nächsten zu finden.

Wir würden davon ausgehen, dass nicht plötzlich neue Arten in den Versteinerungen auftreten, die alle Eigenschaften besitzen, die zur Kennzeichnung dieser Art vorausgesetzt werden, sondern die noch Eigenschaften aufweisen, die Kennzeichen der Vorfahren waren.

Sollten sich die Fische zu Amphibien entwickelt haben, wie es die Evolutionstheoretiker behaupten, müssten wir Übergangsformen finden, die die schrittweise Umwandlung von Flossen zu Füssen und Beinen aufzeigen. Es müssten natürlich noch andere anatomische und physiologische Veränderungen bei Fischen auftreten, um ein für sein ganzes Leben dem Wasser angepasstes Tier in ein Tier zu verwandeln, das die meiste Zeit seines Lebens ausserhalb des Wassers zubringt. Der Übergang Flosse-zu-Fuss wäre jedenfalls eine einfach nachzuvollziehende Veränderung.

Sollten die Vögel von den Reptilien abstammen, müssten wir unter den Fossilien Übergangsformen finden, die die schrittweise Veränderung der Vorderfüsse der Reptilvorfahren in die Flügel der Vögel aufzeigt sowie den Übergang einiger Hautstrukturen des Reptils zu den Federn eines Vogels. Auch dies wären in den Versteinerungen leicht nachvollziehbare Übergänge. Natürlich müssten gleichzeitig noch viele andere Veränderungen stattfinden, iso z.B. die Umwandlung der Hinterbeine der Reptilien in Vogelfüsse, die Umwandlung des Reptilienschädels in einen vogelähnlichen Schädel, etc.

Bei den Aerosauriern, den fliegenden Reptilien, wurde die Flügelmembran von einem enorm verlängerten vierten Finger gespannt. Sollte der Pterosaurus wirklich von einem nicht fliegenden Reptil abstammen, dann müssten wir unter den Fossilien Übergangsformen finden, die eine zunehmende Verlängerung des vierten Fingers aufweisen, zusammen mit der Entstehung anderer einzigartiger Strukturen.

Die Fossilien müssten hundertausende von Übergangsformen aufweisen. Es stimmt, dass gemäss der evolutionsorientierten Geologie nur ein geringer Teil der Pflanzen und Tiere, die jemals existiert haben, in versteinerter Form erhalten worden sind. Es stimmt auch, dass wir bis jetzt nur einen kleinen Teil der Fossilien entdeckt haben, die in den Gesteins-schichten begraben sind. Nichtsdestotrotz haben wir eine sehr repräsentative Anzahl der Fossilien, die existieren dürften. Unser Museum verfügt tatsächlich über ca. 250 000 verschiedene Fossilarten, die viele Millionen katalogisierte Fossilien repräsentieren.

Die Sammlung der Fossilien ist mittlerweile so umfangreich, dass die Berufung auf die Lückenhaftigkeit dieser Überlieferung nicht länger gelten kann. George stellte fest:

„Es gibt keinen Grund mehr, den Mangel an Fossilien als Entschuldigung zu gebrauchen. In mancher Hinsicht ist die Sammlung fast unüberschaubar umfangreich geworden und die Einordnung kann mit den Neuentdeckungen nicht Schritt halten.°

Es erscheint doch sehr logisch, dass - sollten die Vorhersagen der Evolutionstheorie Gültigkeit haben - nach 150 Jahren intensivster Suche eine grosse Anzahl eindeutiger Übergangsformen gefunden worden sein müssten.
Wir haben beispielsweise buchstäblich Milliarden von Fossilen früherer Wirbelloser und viele Fossilien früherer Fische entdeckt. Es wird angenommen, dass der Übergang von Wirbellosen zu Wirbeltieren viele Millionen Jahre erfordert hat. Populationen stellen angeblich Evolutionseinheiten dar und natürlich nur erfolgreiche Populationen überleben. Wenn wir Fossilien von Wirbellosen finden, die angeblich Vorfahren der Fische sind, und wir Fossilien von Fischen finden, müssten wir demzufolge natürlich auch Fossilien der Übergangsformen finden.

Wir finden Fossilien von Quastenflossern, die angeblich Vorfahren der Amphibien sein sollen. Wir finden Versteinerungen sogenannter „primitiver" Amphibien. Da der Über-gang vom Fisch zum Amphibium viele Millionen von Jahren erfordert haben soll, in denen viele Hundertmillionen, ja sogar Milliarden von Übergangsformen gelebt haben und gestorben sein müssen, hätten viele dieser Übergangsformen in den Versteinerungen gefunden werden müssen, auch wenn nur ein kleiner Teil dieser Tiere in Form von Fossilien erhalten geblieben wäre. Die Entdeckung von nur fünf oder sechs solcher Übergangsformen über die Zeit verteilt würde ausreichen, eine Evolution zu dokumentieren.

Dies träfe auf die gesamte fossile Überlieferung zu. Es sollte nicht die geringste Schwierigkeit bestehen, Übergangsformen zu finden. Hunderte von Übergangsformen sollten die Sammlungen der Museen füllen. Sollten wir überhaupt Fossilien finden, müssten wir auch Übergangsformen finden. Tatsächlich sollte die Schwierigkeit, ein Fossil in eine bestimmte Kategorie einzuordnen, eher die Regel als die Ausnahme sein.


Zusammenfassung

Der Gegensatz zwischen den beiden Modellen und die auf diesen Modellen basierenden Vorhersagen können wie folgt zusammengefasst werden:


Schöpfungsmodell
Evolutionsmodell
Durch einen Schöpfer.
Durch naturalistisch, mechanistische Prozesse aufgrund von Eigenschaften, die der unbelebten Materie innewohnen
Erschaffung von Pflanzen-und Tiergrundarten die von Beginn an mit vollständigen Eigenschaften ausgestattet sind.
Entstehung aller Lebewesen
aus einer einzigen lebenden
Quelle, die ihrerseits aus der
unbelebten Materie entstanden ist.
Entstehung jeder Art durch langsame
schrittweise Veränderung der Vorfahren.

Variation und Artenbildung
beschränkt auf jeder Art.
Unbeschränkte Variation.
Alle Arten genetisch
verwandt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese beiden Modelle würden folgende Vorhersagen bezüglich der Fossilüberlieferung erlauben:


Schöpfungsmodell
Evolutionsmodell
Plötzliches Auftreten einer
grossen Vielfalt in höchst
komplexen Formen.
Zunehmende Veränderung
einfacher Formen zu immer
komplexeren Formen.

Plötzliches Auftreten jeder
erschaffenen Art mit allen
Eigenschaften. Scharfe
Grenzen zwischen wichtigen
taxonomischen Gruppen. Keine
Übergangsformen zwischen
höheren Kategorien.

Reihen von Übergangsfor‑
men, die alle Kategorien
miteinander verbinden. Kei‑
ne systematischen Lücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturhinweise


1. W. Le Gros Clark, Discovery, January 1955, S.7. 

2. W. E. Larnrnerts, "The Galapagos Island Finches," in Why Not Creation? W. E. Lammerts, ed., Presbyterian & Reformed Publ. Co., Philadelphia, 1970, S. 354.

3. E L. Marsh, Creation Res. Soc. Quart, 8:13 (1969).

4. W. Wickler, Mirniay in Plants and Animals, World University Library, New York, 1968, S. 51.

5. The International Wildlife Encyclopedia, M. Burton and R. Burton, eds., Marshal Cavendish Corp., New York, 1970, S. 2706.

6. W. J. Tinkle, Heredity, St. Thomas Press, Houston, 1967, S. 55.

7. D. S. Falconer, Introduction to Quantitative Genetics, Ronald Press, 1960, S. 186.

8. C. P. Martin, Amer. Sci. 41:100 (I953).

9. E. Mayr, in Mathematical Chailenges to the Neo-Darwinian Interpretation of Evolution, P.S. Moorhead and M.M. Kaplan, eds., Wistar Institute Press, Philadelphia, 1967, S. 50.

10. T. N. George, Science Progress 48:1 (1960).


Autor: Duane T. Gish
Quelle: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit

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