Emotionen

Sich nicht zu rächen ist eine Kunst

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Wenn die Rache lockt…
Ein Buch liegt in meiner Hand, das ein gewisser Gary Brodsky geschrieben hat. Der englische Titel lautet übersetzt „Die Kunst, sich zu rächen”. Ich hätte nie gedacht, wie kreativ Menschen sein können, wenn es darum geht, anderen etwas heimzuzahlen. Und dass die Tipps als Buch erscheinen, zeigt ja auch, dass eine rege Nachfrage vorhanden ist.

Der Hintergrund eines solchen Verhaltens sind unsere Emotionen wie Ärger, Wut und Zorn. Auch die Bibel kennt das Gefühl der Wut. Und sie sagt, dass Zorn eine menschliche Emotion ist, die in Ordnung ist, solange drei Dinge nicht geschehen:

- Wenn wir aus dem Frust heraus jähzornig, das heisst unkontrolliert handeln.

- Wenn wir zulassen, dass sich der Ärger in unserem Herzen festsetzt. An einer Stelle in der Bibel heisst es, man soll die Sonne nicht untergehen lassen, ohne sich zu vergeben.

- Wenn wir aus unserem Ärger heraus das Gesetz selber in die Hand nehmen und versuchen, auf unsere menschliche Art und Weise die Dinge zu richten.

Alles abgeben

Wer mich kennt, weiss, dass ich ein Typ Mensch bin, den man nicht so schnell auf die Palme bringen kann. Doch ich kenne natürlich auch Wut und Frust und weiss um die Momente, wo ich im Affekt verkehrt gesprochen und gehandelt habe. Dankbar bin ich für die Erfahrungen, wo ich rechtzeitig erkannt habe, den Ärger nicht in mich hineinzufressen, sondern bei Gott abzugeben, damit er sich nicht im Herzen festsetzt. Die Versuchung, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, ist mir nicht fremd. Ich kann nur sagen, dass es gut tut, wenn man weiss, dass man alles, was einen bewegt, im Gebet bei Gott abgeben darf in dem Wissen, dass er uns Ruhe und Gelassenheit schenkt und für uns sorgt.

Bessere Lösung

Denn Gott bietet uns an, die Sache auf seine Art zu lösen. Versuchen Sie doch beim nächsten Mal, wenn Sie wütend sind oder sich über ein Ungerechtigkeit aufregen, mit Gott zu sprechen: „Hey, damit komme ich überhaupt nicht klar. Aber ich möchte versuchen, diese Sache bei dir abzuladen und darauf vertrauen, dass du das auf deine Art regelst. Nimm du mir meine Wut weg und hilf mir, zu vergeben.“

Eine Frage bleibt…

Etwas aber macht mir immer noch Sorgen: Woher kommt dieses Buch von Gary Brodsky? Ich kann mich nicht erinnern, es gekauft zu haben – oder doch? Sollte es einer aus meiner Familie gekauft haben? Und wen wollten sie wohl damit beglücken? Hoffentlich nicht mich...

Ich möchte mehr über diesen Gott erfahren: Mit Gott per du

Bearbeitung: David Sommerhalder

Datum: 19.09.2006
Autor: Wilfried Schulte

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