Kommunikation

Zuhören ist etwas Besonderes

Zoom
Vermutlich reden wir heute mehr über unsere Befindlichkeit als es Menschen je getan haben.

Wie geht's? - Diese banale Frage gehörte früher nicht zum Repertoire des Small-Talks. Aber wann und wo erleben wir, dass andere wirklich zuhören und sich für uns interessieren?

Sprungbrett für eigene Gedanken

Es gibt Menschen, die hören andere nicht zu, sondern suchen eine Gelegenheit, von sich zu erzählen. Sie haken dort ein, wo sie ihre Erfahrungen und Beobachtungen einbringen können. Ganz selbstbezogene Gesprächspartner benutzen was andere sagen, nur noch als Sprungbrett für ihre Gedanken. Das sind keine Gesprächspartner, sondern Dauerredner.

Voll von Infos und Bildern

Viele Menschen sind schlicht und ergreifend voll. Sie haben gar keinen Platz für das, was andere ihnen sagen. Ausbildung, Medien, andere Begegnungen - wir nehmen Tag für Tag eine riesige Menge von Informationen auf. Da ist oft keine Kapazität mehr da, um noch etwas Neues aufzunehmen.

Wirklich verstehen wollen

Und dann gibt es noch ein ganz entscheidendes Hindernis, um zuzuhören und zu verstehen: Wir fragen nicht nach. Lieber sagen wir, was wir schon wissen, anstatt zu fragen: Wie meinst Du das? Habe ich richtig verstanden, dass...? Manche wollen eine solche Frage nicht stellen, weil sie nicht dumm wirken wollen. Dabei ist es der ernsthafte Versuch, dem anderen nicht nur oberflächlich zu folgen, sondern wirklich zu verstehen und dann auch dann nachzuvollziehen und fühlen zu können, was den anderen bewegt.

Allzuoft legen wir unsere eigene - durchaus ähnliche Erfahrung - auf das, was andere sagen, und versperren uns so den Weg, den anderen wirklich zu verstehen. Viele Kommunikationsübungen bestehen darin, dass in einem Gesprächsprozess der eine das vom andern Gesagte wiederholt, um sicherzustellen, dass man ihn tatsächlich verstanden hat. Wer das einmal probiert, merkt, wie sehr wir das, was andere sagen, nur gefiltert hören. Das gilt vor allem für Streitsituationen.

Datum: 22.07.2009
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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