Die Heilsarmee Schweiz hat zu einem Artikel des Tages-Anzeigers, wonach Spendenorganisationen Millionen horten, Stellung genommen. Sie unterstreicht, dass ihre freien Mittel weniger als zwei Monate ausreichen.
Auf allen Kontinenten im Dienst an Bedürftigen
2010 eröffnete die Heilsarmee im Zürcher Oberland den Neubau des Entlastungsheims Sunnemätteli für behinderte Kinder. Von den Kosten, über 8 Millionen Franken, brachte sie die Hälfte auf. Dies deutet die Herausforderungen an, welche das Sozialwerk mit seinen zahlreichen Einrichtungen schultert.
Das Umlaufvermögen der Heilsarmee Schweiz beläuft sich laut der Mitteilung auf 249 Mio. Franken. Davon sind aber 144 Millionen in zweckbestimmten Fonds platziert und 26 Millionen zur Werterhaltung der Immobilien reserviert. An freien Mitteln weist die Heilsarmee Schweiz 18 Millionen Franken aus, knapp elf Prozent des Jahresumsatzes von 168 Mio. Franken.
«Mitteleinsatz sehr effektiv»
Die Schweizer Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Sammelorganisationen ZEWO empfiehlt, dass die freien Reserven den Betrag zweier Jahresumsätze nicht übersteigen sollen. Die Heilsarmee – mit Reserven von eineinhalb Monaten – hält fest: «Die Finanzstrategie und der Mitteleinsatz der Heilsarmee erweisen sich somit als sehr effektiv.» Die Spendengelder würden umgehend in Hilfsprojekte (zweckbestimmte Fonds) investiert; so ermöglichten sie eine «nachhaltige Planung und sicheren Betrieb der strategisch festgelegten Tätigkeit für Menschen am Rande der Gesellschaft».
170 mal in der Schweiz
Die Jahresrechnung der Heilsarmee konsolidiert rund 170 Projekte, Einrichtungen und Institutionen in der ganzen Schweiz. Diese müssten einen eigenständigen Betrieb gewährleisten, schreibt die Heilsarmee. Gelder könnten nicht beliebig verschoben werden. In der Medienmitteilung werden die Zwecke der verschiedenen Fonds erläutert.
Transparenz
Die Heilsarmee ist transparent: Sie verweist darauf, dass sie fürs Spendensammeln/Fundraising 12 Prozent des Gesamtaufwands einsetzt, für die Verwaltung 5,6 Prozent. «Das Lohngefälle aller Lohnbezüger steht im Verhältnis 1:3, wobei der Mindestlohn bei 3‘600 Franken liegt.»
In einer Meldung des Tagesanzeigers wurde Hilfswerken vorgeworfen, sie horteten grosse Reserven, während sie offensiv Spenden sammelten. Dabei wurde auch der Heilsarmee vorgeworfen, grosse Reserven zu halten, während sie mit der Topfkollekte für Bedürftige sammmle.
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