Strassenevangelisation

Den St. Gallern kreativ von Jesus erzählen

Vor zwei Jahren wurde das Evangelisationsprojekt «netzwerkstgallen» gegründet. 25 Christen aus verschiedenen Kirchen suchen jeden zweiten Samstag das Gespräch mit Passanten. So auch letzten Samstag.

Zoom
Ein Teil des Kernteams (von links): Simone Stucky, Daniel und Miri Mock.
Treffpunkt ist das Lokal der Heilsarmee. Nach dem gemeinsamen Mittagessen berichtet Simone Stucky, Mitglied des Kernteams, dass Jesus alles für uns getan hat und auch heute die Menschen liebt und zu sich zieht. «Es fällt mir immer wieder schwer, eigenes Aktivsein loszulassen und alles von Gott zu erwarten», sagt sie. Es folgt eine Zeit der Besinnung und des Gebets. Man singt ein paar Lieder. Kurz vor 14 Uhr teilt man sich in verschiedene Teams auf: das Traumteam, das Wasserteam, das EE-Team oder das Gebetsteam. 

Peter Marti ermutigt mich, mit ihm Leute auf das Thema Träume anzusprechen. Das Wasserteam verteilt mit einem Leiterwägeli Mineralwasser mit aufgedrucktem Hinweis auf «Jesus den wahren Durstlöscher», die EE-Zweierteams sprechen mit einem «EE-Fragebogen» (Evangelisation Explosiv) Passanten an. Das Gebetsteam spult während rund zwei Stunden einige Kilometer in der St. Galler Altstadt ab - nicht nur, weil das gesund ist.

«Sind Sie eine Sekte?»

Unterwegs lerne ich Peter Marti, 70-jährig, kennen und schätzen. Mutig und feinfühlig geht er auf Menschen zu. Eine Mutter mit zwei Kindern und ein junges Paar gehen offen auf die sechs Traum-Fragen ein. Ein junger Mann betont, dass er nicht an Gott glaubt, nimmt aber dankbar ein Johannesevangelium und den Hinweis auf eine Internetseite mit. Auch eine ältere deutsche Ehefrau macht mit; sie will wissen, ob wir eine Sekte sind. Alle willigen ein, von Peter eine Kurzversion seines Glaubens zu erfahren. Vier Personen lehnen das Gespräch ab. Ich realisiere, dass Peter den «Missionsbefehl» nicht als Befehl empfindet, sondern eher als befreiende, aber doch nötige Botschaft. Er möchte aber nicht ohne Gebetsteam im Rücken auf die Strasse gehen.

In Zukunft mehr Nacharbeit

Nach dem Anlass wird bei Sandwiches und Kuchen munter ausgetauscht. Etliche fühlten sich anfangs «angefochten», durften dann aber ermutigende Gespräche führen, wie Matthias mit einem Biologielehrer. Kurt berichtet: «Ein 'Alki' erzählte mir sein ganzes kaputtes Leben und entschied sich dann spontan für ein Leben mit Jesus Christus.» Mehrere Teams bestätigen, dass Junge offener seien als ältere Menschen.

Simone Stucky erinnert sich: «Es brauchte anfänglich viel Energie, um die Kirchen davon zu überzeugen, dass wir sie unterstützen und nicht konkurrenzieren wollen.» Hauptleiter Daniel Mock bedauert, dass der Kontakt zu den rund zehn Menschen, die bislang zum Glauben kamen, verloren ging. Hier will man konsequenter Nacharbeit leisten, damit diese Menschen Anschluss an eine Kirche oder Gemeinde finden.

Diesen Artikel wurde uns freundlicherweise von «ideaSpektrum Schweiz» zur Verfügung gestellt.

Datum: 22.06.2012
Autor: Rolf Frey
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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«Ich bin Managerin eines kleinen Familienunternehmens». Das war ein Satz, den eine attraktive junge Mutter von zwei Kindern in einer Fernsehwerbung verwendete, um ihr Tätigkeitsfeld zu umschreiben.

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