SEK-Präsident zu Mohammed-Film: Freiheit nicht missbrauchen

Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, verurteilt die Gewalt gegen westliche Einrichtungen nach der Veröffentlichung des Mohammed-Films. Gleichzeitig ruft er dazu auf, Muslime nicht zu verunglimpfen.

Gottfried Locher verurteilte am 24. September die weltweite Verschärfung der Gewaltspirale nach der Veröffentlichung des Mohammed-Films: «Innocence of Muslims» habe einen Flächenbrand entfacht, der gelöscht werden müsse. Jetzt dürfe kein weiteres Öl ins Feuer gegossen werden. Am Rande der am 20. September eröffneten Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa appellierte Locher in Florenz an die Vernunft aller am Konflikt Beteiligten.

Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, betonte Locher. Der Staat habe die Meinungsfreiheit zu schützen, gerade dann, wenn sie auf Widerstand stosse. Staatliches Recht sei jedoch nicht einfach deckungsgleich mit kirchlicher Ethik: «Evangelische Freiheit geht niemals auf Kosten anderer. Freiheit darf nicht missbraucht werden», so Locher mit Blick auf die jüngsten Mohammed-Karikaturen in französischen und deutschen Medien: «Verunglimpfungen sind keine Zeichen von Freiheit. Wenn ich frei bin, habe ich auch die Freiheit, zu verzichten.»

Medien publizierten weiterhin Mohammed-Karikaturen, obwohl sie wüssten, «dass dann Häuser brennen werden». Hier gehe es nicht mehr nur um Meinungsfreiheit, so Locher. Mit gleichem Nachdruck verurteilte er die brutale Gewalt gegen westliche Einrichtungen. «Verletzte Gefühle geben niemandem ein Recht zum Töten. Verletzende Worte legitimieren nicht zur Gewalt.»

Datum: 25.09.2012
Quelle: ref.ch

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