Luis Sako, chaldäischer Bischof der nordirakischen Stadt Kirkuk, zeigt sich besorgt um die Zukunft der Christen im Irak. Ein Irak ohne Christen werde wie Afghanistan unter der Taliban sein.
Im Irak sind erneut Angriffe auf Christen verübt worden und seit Saddam Hussein gestürzt wurde, sei die Hälfte der Christen bereits geflohen, schreibt die deutsche «Hilfsaktion Märtyrerkirche». In der «Welt» bedauerte Luis Sako: «Wir sind eine kleine Minderheit, aber nur starke und dynamische Minderheiten können etwas bewegen. Wenn die Christen hier weggehen, geht auch die Geschichte. Die Christen der Region haben eine Mission, sie müssen Zeugnis ablegen über die Ursprünge des Christentums.» Seit 2000 Jahren gebe es christliche Gemeinden im irakischen Gebiet. Am Neujahrstag wurde ein christlicher Kaufmann beschossen, er überlebte schwer verletzt. Zuvor war eine christliche Studentin entführt worden.
Anschläge im Akkord
Die jüngsten Anschläge gegen Angehörige der assyrisch-christlichen Minderheit sind besorgniserregend, schreibt die schweizerische «Assyrische Demokratiosche Organisation» (ADO): «Sie unterstreichen auf dramatische Weise, dass die Situation der Christen im Irak sich nicht gebessert hat und weiterhin unserer grössten Aufmerksamkeit bedarf. Die internationale Staatengemeinschaft darf in ihrer Unterstützung der christlichen Minderheit im Irak nicht nachlassen.»
Die ADO erarbeitete eine Chronologie der jüngsten Attacken: Am 10. Januar 2010 Mosul: Anschlag auf einen Schulbus der Universität Mosul, sieben assyrische Studenten wurden schwer verletzt. Am 11. Januar 2010 Mosul: Der 57jährige Hikmat Sleiman, ein assyrischer Kaufmann, wurde in seinem Gemüseladen angeschossen und getötet. Am 17. Januar 2010 Mosul: Saadallah Yousuf Jirjis, ein assyrische Gemüsehändler wurde erschossen. Der 52jährige assyrische Christ war verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Am 19. Januar 2010 Mosul: Amjad Hamid Abdullahad, ein 45jähriger assyrischer Christ und Geschäftsmann wurde getötet.
Zwischen den Fronten
Die assyrischen Christen seien Opfer des Machtkampfes zwischen Kurden und Araber geworden. Die Sicherheitskräfte würden zum Schutz der Christen eingesetzt aber zum Teil arbeiten diese laut der ADO mit Terroristen zusammen und gewähren Terroristen freie Weg um die Anschläge verüben zu können.
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