Angesichts fortgesetzter Verletzung elementarer Grundrechte in einigen europäischen Ländern müssen sich die Kirchen gemeinsam für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Dies betonten die Mitglieder des Fachkreises Ethik der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (Geke) während ihrer Tagung am 8. und 9. Februar in Rom. Wenig hilfreich sei dabei, individuelle und kollektive Menschenrechte gegeneinander auszuspielen.
Die gegenwärtige Debatte zeige jedoch, wie stark die jeweilige Interpretation der Menschenrechte durch die unterschiedlichen kulturellen Kontexte geprägt sei. Dies gelte auch für die Kirchen. Dort würden die Positionen zu den Menschenrechten eher mit gesellschaftlichen Erfahrungen begründet und weniger theologisch.
Aus Sicht des Fachkreises ist es wichtig, diese Debatte nicht auf einzelne Aspekte der Menschenrechte zu verkürzen. So ist es nach Ansicht der Ethik-Experten der Geke wenig hilfreich, wenn individuelle und kollektive Menschenrechte gegeneinander ausgespielt werden.
Konfessionsübergreifende Diskussion
Die Geke hatte im Mai 2009 eine kritische Stellungnahme zur Menschenrechtslehre der russisch-orthodoxen Kirche veröffentlicht. Darin würdigt sie die positive Bedeutung der Menschenrechte als ethischen Orientierungsrahmen. In der Zwischenzeit habe sich daraus eine intensive, konfessionsübergreifende Diskussion zum Verhältnis der christlichen Kirchen zu den Menschenrechten entwickelt.
Der Fachkreis Ethik tagte in Rom auf Einladung des Bundes der evangelischen Kirchen in Italien. Im Rahmen seiner Tagung traf er mit Vertretern der evangelischen Kirchen in Italien sowie der theologischen Fakultät der Waldenser-Kirche zusammen.
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