Ganzheitlich evangelisieren

Mit Händen und Füssen reden

«Jesus ist stärker als das Böse, als Krankheit und Tod.» Vor der Bischofssynode der katholischen Kirche hat Geoff Tunnicliffe von der Weltallianz unterstrichen, dass in der Evangelisation Worte, Taten und ein glaubwürdiger Lebensstil zusammen gehören. Die Synode zielt auf die Neuevangelisierung säkularer Gesellschaften.

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Zum Reden muss gerechtes und friedenstiftendes Handeln kommen: Geoff Tunnicliffe
Geoff Tunnicliffe, Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz WEA, erhielt am 13. Oktober im Vatikan das Wort. Er unterstrich, dass Evangelisation «in Wort, Tat und christlichem Charakter das Heilswerk von Jesus Christus am Kreuz und durch die Auferstehung verkündigt». Die Evangelischen (evangelicals) ständen für eine ganzheitliche Evangelisation ein, sagte ihr Sprecher: Das Evangelium sei nicht nur weiterzusagen, sondern mit «gerechtem und friedenstiftendem Handeln» zu praktizieren. Die WEA rufe alle Christen der Welt auf, sich dazu zu verpflichten. Reden und Tun müssten zusammen gehen.

Heil und Transformation

«Wir Evangelischen lernen noch, wie auf dem Weg von Jesus zu evangelisieren ist», sagte Tunnicliffe zu den Synodeteilnehmern in Rom. Es gehe auch um die Transformation der Gesellschaft. Dazu müssten Christen Trennungen überwinden. Tunnicliffe verwies auf die 2011 veröffentlichten Empfehlungen zur Mission, die der Vatikan, der Weltkirchenrat und die WEA gemeinsam erarbeitet hatten.

WEA zur ganzheitlichen Evangelisation

Die Theologische Kommission der WEA gab vor der Romreise Tunnicliffes am 9. Oktober eine Stellungnahme heraus. Darin stellte sie die Grundzüge ganzheitlicher Evangelisation anhand des Vorgehens von Jesus als Heiler und Befreier (Die Bibel, Markus 5) heraus. Zum einen schilderten diese Abschnitte die Autorität und Macht von Jesus über das Böse, Krankheit und sogar den Tod, zum anderen zeigten sie die Reichweite des Evangeliums an, schreiben die WEA-Theologen.

Gute Nachricht für die ganze Schöpfung

Das Evangelium gehe alle an: Männer und Frauen und Kinder, Kranke und Gebundene, Ausgeschlossene und Einsame und auch führende Persönlichkeiten – letztlich die ganze Schöpfung. «Es gibt niemand, der nicht auf Gottes freie, rettende Gnade angewiesen ist.» Nach dem Vorbild von Jesus müssten alle, die ihm folgten, sowohl seine Autorität als Herr über alle wie auch die Reichweite der Gnade verkündigen.

Katholisches «Jahr des Glaubens» für die Neuevangelisierung

Die katholische Bischofssynode, die vom 8. – 28. Oktober dauert, erörtert «Die Neue Evangelisierung für die Weiterhabe des christlichen Glaubens». 260 Kardinäle, Patriarchen und Bischöfe aus aller Welt überlegen mit 140 Beratern und Beobachtern, wie die römische Kirche den durch die Säkularisierung ausgelösten Einbruch im Westen abfangen kann. Der Papst eröffnete am 11. Oktober ein «Jahr des Glaubens». Im Gottesdienst rief er auf zu einer Neubelebung des Glaubens angesichts der «geistlichen Verwüstung», die eine Welt ohne Gott suche und eine innere Leere geschaffen habe.

Datum: 19.10.2012
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet

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