Eltern steuern Entwicklung

Feinfühlige Betreuung macht schlau

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Wer sein Kind mit viel Hingabe umsorgt, fördert damit dessen Hirnreifung. Um ganze zehn Prozent grösser ist das Lern- und Gedächtniszentrum im Gehirn bei Schulkindern, deren Mütter in frühen Jahren besonders feinfühligen Umgang gezeigt haben.

Das berichten Forscher der Washington University School of Medicine. Sie untersuchten 92 Kinder im Vorschulalter, denen man eine stressauslösende Aufgabe stellte: Sie sollten darauf warten, ein ersehntes Geschenk zu öffnen, wobei sie von einem Elternteil - meist die Mutter - unterstützt wurden. Die Szene wurde gefilmt und von unbeteiligten Experten analysiert.

Jahre später, im Grundschulalter, erstellte man Gehirnscans der Kinder. Das Ergebnis: Kinder mit feinfühligen Müttern hatten einen um zehn Prozent grösseren Hippocampus (siehe Bild) als Altersgenossen, deren Mütter wenig auf sie eingegangen waren.
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Lage der Hippocampi (rot) im menschlichen Gehirn.

Die Studienautorin Joan L. Luby sieht darin den «ersten Nachweis beim Menschen, dass Mutterliebe die kindliche Gehirnstruktur tatsächlich verändert». Eine bessere Schulleistung habe man schon zuvor festgestellt.

«Auch von Tieren, deren Elternverhalten man ja über längere Zeiträume beobachten kann, kennt man den Zusammenhang», erklärt der Magdeburger Biologe Jörg Bock. So haben auch Rattenkinder, die von den Müttern besonders lange geleckt wurden, einen grösseren Hippocampus.

Lernen und Stressregulierung

Der Hippocampus ist Teil des limbischen Systems des Gehirns, das bei Emotionen und der Lernleistung eine wichtige Rolle spielt. «Bei jedem neuen Dazulernen ist diese Region beteiligt. Ist er vergrössert, dürfte dies die Lernleistung verbessern», erklärt Bock. Erklärbar sei das Wachstum vor allem dadurch, dass die Zuwendung die Neubildung der Nervenzellen-Synapsen stimuliert. Jedoch auch Stressreaktionen laufen über den Hippocampus und verschlechtern sich, wenn das zentral gelegene Hirnareal beschädigt ist.

Umsorgung wichtig

Die US-Forscher interpretieren das Ergebnis als Zeichen, wie bedeutend die scheinbar rein intuitive Erziehung durch die Eltern für die menschliche Entwicklung ist. «Günstig wäre, den erzieherischen Fähigkeiten mehr Aufmerksamkeit und Förderung zu geben. Denn die Umsorgung im frühen Alter bestimmt die spätere Entwicklung in sehr, sehr hohem Ausmass», schreibt Luby.

Webseite:
Originalartikel/Abstract in englischer Sprache

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«Lieben heisst wissen, was der andere braucht»

Bücher zum Thema:
Vaterliebe Gottes. Impulse für liebevolle Begegnungen
Die fünf Sprachen der Liebe für Kinder

Datum: 06.02.2012
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet / pte

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