CIA bricht Schweigen nach neun Jahren

Zoom
Szene aus dem Video (Bilder: ABC/Youtube)
Neun Jahre dauerte es, nun scheint die CIA zögerlich etwas Verantwortung zu übernehmen: Im April 2001 wurde ein Flugzeug mit einer Missionars-Familie durch die peruanischen Luftstreitkräften abgeschossen. Aus einem fatalen Irrtum, den der CIA vermutete, aber zuwenig deutlich machte, wie jetzt ein Video beweist.

An jenem unheilvollen Nachmittag am 20. April 2001 sass die amerikanische Familie Jim und Veronica Bower mit ihren Kindern Cory (6) und dem Baby Charity in einem einmotorigen Wasserflugzeug. Der Pilot flog sie aus Brasilien nach Peru zurück, als das peruanische Militär sie als «Banditos», als Drogenschmuggler identifiziert wissen wollte. Die CIA ist in diesem Kampf gegen die Suchtmittel beteiligt und observierte den Abschuss, mehrfach äusserten die Agenten tiefe Zweifel, ohne aber einzuschreiten - ein fataler Irrtum, wie nun ein Video beweist.

Zoom
Veronica Bower mit Cory.
«Prüfen, bevor „bbbbbbbb"»

Das von ABC ausgestrahlte Material enthält die Absprachen zwischen dem US-Geheimdienst und dem Militär wie auch den Funkspruch des Bower-Piloten. Die Geheimdienstler forderten, dass die Peruaner den Piloten zur Landung zwingen und die Insassen überprüft werden, «bevor „bbbbbbb"» - bevor geschossen wird. «Folgen sie der Maschine, nicht Phase drei einleiten!», ist die Stimme eines CIA-Luftüberwachers zu hören.

Die Peruaner drängen auf einen Abschuss, der «Banditen». Mehrfach wird das Privatflugzeug angefunkt und zur Landung gezwungen. Aber der Kampfjetpilot und jener im Wasserflugzeug funken nicht auf der gleichen Frequenz und so fliegt die zivile Flieger unbeirrt weiter, mit der Zeit droht die Armee mit dem Abschuss. Als sich ein Jäger hinter ihn hängt, funkt der Pilot der Bower-Maschine den nächsten Tower an: «Ich fliege auf 4000 Fuss. Das Militär ist hier, ich weiss nicht, was die wollen.»

«Wir machen einen Fehler!»

Die CIA-Mitarbeiter hätten die tödlichen Schüsse stoppen können. Denn sie waren sich ihrer Sache alles andere als sicher. Sie würden nicht ins Feindschema schilderten die Agenten und fragten, ob sie wirklich sicher seien. Die Peruaner gaben sich zweifelsfrei. Die CIA-Agenten kamen zu einem komplett anderen Schluss. «Bullshit! Wir machen einen Fehler», sagt der eine. «I agree» - «das sehe ich auch so», stimmt der andere zu.

Es dauert noch etwa 90 Sekunden, dann nehmen die Jetpiloten das Wasserflugzeug unter Beschuss. Veronica Bowers und das Baby sterben. Zu spät ordnen die US-Agenten an, das Schiessen einzustellen. Der am Bein getroffene Pilot kann auf einem Fluss notlanden.

Letzte Woche äusserte sich die CIA nach jahrelangem schweigen. Laut ABC erklärt die CIA die peruanischen Behörden für schuldig. 16 CIA-Leute hätten einen Verweis gekriegt.

Das Video dazu auf youtube:

Datum: 09.02.2010

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Ein bisschen glauben?
An Gott glauben geschieht für viele so beiläufig und auch nur sporadisch. Das bringt nichts.
«Auf Quasseleien verzichten»
Wie können Gottesdienste attraktiver werden? Dazu hat der Rektor des Theologischen Seminars Elstal (FH), Prof. Volker Spangenberg, einen Zehn-Punkte-...
Einziges Schweizer Konzert
Am Pfingssonntag stehen Andrea und Albert Adams-Frey in Suhr (AG) auf der Bühne. Im Gepäck ihr neues Album «Im Namen des Vaters».
Mehr Lebensqualität
Wer flucht, muss büssen: Eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Massachusetts will künftig Ordnungsgelder verhängen.

Anzeige

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

27. Mai, 19.30Uhr in Suhr
lebe deine Berufung – mach einen Unterschied in dieser Welt!
17. Juni 2012, 10 Uhr in Bad-Zurzach