Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) plant einen Teil seines Grundstücks in Genf zu verkaufen, um Defizite aufzufangen und das Loch in der Pensionskasse zu stopfen. In der Programmarbeit wird gespart.
Foto auf der Webseite des Weltkirchenrates
Der Weltkirchenrat erwägt, von den 35‘000 Quadratmetern des Geländes an der Route de Ferney in Genf einen Teil zum bestmöglichen Preis zu veräussern. Dies sagte Generalsekretär Olav Fykse Tveit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im Land des starken Frankens seien die Beiträge der Mitgliedkirchen weniger wert und eine holländische Organisation habe ihre Unterstützung zurückfahren müssen.
Deckungslücke
Dazu klafft in der Pensionskasse des ÖRK eine Deckungslücke von etwa 26 Millionen Franken. Heute zahlen nur noch 135 Mitarbeitende ein, früher seien es 350 gewesen, erläuterte Tveit. Börsenverluste könne der kleine Pensionsfonds, der eine hohe Rentengarantie gegeben habe, kaum ausgleichen. Das ÖRK-Exekutivkomitee lässt ihn in eine der grossen Schweizer Pensionskassen überführen. Zuvor müssen aber rund 30 Millionen Schweizer Franken eingelegt werden.
ÖRK bleibt in Genf
«Wir denken darüber nach, die Immobilien in Genf weiterzuentwickeln und so in Zukunft Einnahmen zu erzielen», sagte Tveit dem epd. Dabei wird laut dem Generalsekretär auch diskutiert, ob das bestehende Gebäude renoviert oder auf dem Gelände etwas komplett Neues gebaut wird.
Die Rhonestadt zu verlassen ist keine Option. «Genf ist der Ort, an dem viele internationale Organisationen sitzen, die sich mit Gerechtigkeit, Frieden, Menschenrechten beschäftigen. Hier müssen auch die Kirchen vertreten sein. Dafür haben wir das Ökumenische Zentrum; ein Büro alleine reicht da nicht aus.»
Ausbleibende Beiträge
In einem Brief an die Mitgliedkirchen hat Tveit kürzlich um Verständnis für die Massnahmen geworben. Auf nicht-zahlende Kirchen angesprochen, äusserte der Generalsekretär, westliche Kirchen trügen eine hohe finanzielle Last «und es gibt die Erwartung, dass sie das auch in Zukunft tun». Er verstehe, dass das für Unmut sorge. Die Lastenverteilung müsse neu besprochen werden. Für 2012 habe der ÖRK bereits «einschneidend» gespart.
Zahlungskräftige Gastgeber für die Vollversammlung 2013
Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Südkorea 2013 wird laut Tveit wie geplant stattfinden. Die Programmarbeit will der Rat «besser mit den Kirchen vor Ort abstimmen und andere ökumenische Partner einbeziehen». Dem ÖRK gehören 349 Kirchen in allen Erdteilen an, über den Kirchenbund auch die reformierten Kirchen der Schweiz.
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