Mädchenverstümmelung von Islamgelehrten verdammt

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Jedes beschnittene Mädchen ist eines zuviel.
Führende islamische Würdenträger haben Ende November auf einer internationalen Konferenz in Kairo festgehalten, dass die weibliche Genitalverstümmelung gegen die höchsten Werte des Islam verstösst und deshalb ein strafbares Verbrechen ist.

Der Beschluss gilt als Fatwa, als islamisches Rechtsgutachten. Er ist ein grosser Erfolg der von den Deutschen Rüdiger Nehberg und Annette Weber geleiteten Menschenrechtsorganisation "Target". Sie hatte die Konferenz organisiert und finanziert. Nach Angaben von „Target“ werden täglich 8000 Mädchen genital verstümmelt. Manchen wird die Scheidenöffnung weitgehend vernäht. Weltweit dürften 150 Millionen Frauen an den Folgen leiden – viele unsäglich. „Target“ dokumentiert die Leiden von Frauen auf ihrer Homepage . Eine Aussage: „„Meine Öffnung war so klein wie ein Reiskorn. Wenn ich urinieren musste, dauerte das 30 Minuten, meine Regel 14 Tage.“

Führende Gelehrte

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Dr. Ali Goma’a
Die islamischen Gelehrten und medizinischen Wissenschaftler berieten an der führenden Kairoer Azhar-Universität. Zu den Kongressteilnehmern zählten der Grossscheich der Azhar, Professor Dr. Tantawi, der Grossmufti von Al Azhar, Professor Dr. Ali Goma’a, der ägyptische Religionsminister Professor Dr. Zakzouk und Scheich Qaradawi aus Qatar sowie Islamgelehrte aus Europa, Asien und Afrika. Grossmufti Ali Goma’a, höchster Richter für Islamisches Recht, hatte die Schirmherrschaft übernommen.

Ohne koranische Grundlage…

Der Grossmufti von Al-Azhar stellte in Kairo fest: "Die Genitalbeschneidung bei Frauen ist eine ererbte Unsitte, ohne Grundlage im Koran beziehungsweise einer authentischen Überlieferung des Propheten. Daher müssen die Praktiken unterbunden werden in Anlehnung an einen der höchsten Werte des Islam, nämlich den Menschen unbegründet keinen Schaden zufügen zu dürfen. Vielmehr wird dies als strafbare Aggression gegenüber dem Menschengeschlecht erachtet, mit verheerenden Konsequenzen für die Gesellschaft. Die legislativen Organe werden aufgefordert, diese grausame Unsitte als Verbrechen zu deklarieren."

…aber kaum auszurotten

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Aufklärung im Kampf gegen die Beschneidung von Mädchen durch eine Aerztin.
Auf der Konferenz berichtete der Imam Diallo aus Mali, dass er seines Amtes als Grossmufti enthoben wurde, als er es vor wenigen Jahren wagte, gegen die Tradition der Mädchenbeschneidung in seiner Heimat anzutreten. Er sei zwei Wochen lang unter Polizeischutz gestellt worden. "Helfen Sie mir, diesen Beschluss von Kairo in meinem Land bekannt zu geben. Ich lade die Religionsführer aus allen zwanzig westafrikanischen Ländern dazu ein."

Während der Tagung wurde auch ein Hadith (mündlich überlieferter Ausspruch Mohammeds) diskutiert, wonach die "leichte" Beschneidung von Frauen eine wünschenswerte Praxis sei. Dieser Hadith sei als "wenig glaubwürdig" einzustufen, hiess es.

"Target" wurde im Jahre 2000 in Deutschland mit dem Ziel gegründet, die Genitalverstümmelung bei Frauen zu ächten und zu beenden. Die spendenfinanzierte Menschenrechtsorganisation verfügt über einen hoch qualifizierten Beraterstab, der deutsche Musliminnen und Muslime einschliesst.

Homepage von "Target"

Bearbeitung Livenet

Datum: 08.12.2006
Quelle: APD

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