Zerstörter Regierungspalast auf Haiti (Bild: Logan Abassi/UNDP).
Ein israelisches Rettungsteam rettete in Haiti einen Mann, der zehn Tage verschüttet gewesen war. Der Gerettete spricht von einem Geschenk Gottes. Dieweil spenden Schweizer Freikirchen grosszügig.
Das israelische Rettungsteam in Haiti konnte am Freitag einen Mann retten, der 10 Tage unter den Trümmern gelegen hat. Der 22-Jährige sagte hinterher: «Gott hat Israel geschickt, weil Gott wollte, dass ich gerettet werde.» Israel ist zwar eine kleine Nation, aber Israels Militärfeldlazarett gehört in Haiti mit 40 Ärzten, 25 Krankenschwestern, einer Apotheke, einer Kinderstation, einer Radiologie- und einer Chirurgiestation sowie einer Internistikabteilung, einer Intensivstation und zwei Operationsräumen, und dazu einer Entbindungsstation zu den grössten Rettungsteams vor Ort, berichtet «Israel heute». Bisher wurden 720 Menschen behandelt, 233 lebensrettende Operationen durchgeführt und zehn Babys zur Welt gebracht, zwei davon mit Kaiserschnitt.
Auch Schweizer Freikirchen grosszügig
Das Schicksal der Bevölkerung in Haiti lässt auch die Schweizer Freikirchen nicht kalt. Sie spenden tatkräftig oder stehen gar im Einsatz vor Ort. Die Heilsarmee hat gleich nach dem Erdbeben 150'000 Dollar für die Soforthilfe bereitgestellt. Die Freikirche mit dem starken sozialdiakonischen Schwerpunkt ist bereits seit 60 Jahren auf Haiti aktiv und hat sofort nach dem Erdbeben mit Soforthilfe eingesetzt. Um diese zu finanzieren, hat sie ausserdem 25'000 Spenderadressen angeschrieben und in ihren Brockenstuben eine Solidaritäts-Sammelaktion gestartet. Weiter wird sie am kommenden Samstag mit einer Topfkollekte auf den Strassen der Schweizer Städte für die Erdbebenopfer sammeln und am Sonntag eine Sonderkollekte in den Gottesdiensten erheben.
Grosszügig hat sich auch die Schweizerische Pfingstmission gezeigt. Sie hat aus ihrem Katastrophenfonds sofort 100'000 Franken entnommen und das Geld der amerikanischen Hilfs- und Partnerorganisation «Convoy of Hope» zur Verfügung gestellt, die bereits auf Haiti tätig war. Mittlerweile sammelt die SPM Geld für Haiti in ihren Gemeinden. SPM-Präsident Max Schläpfer hofft, dass dabei über 100'000 Franken zusammenkommen, sodass zusätzliche Mittel für Haiti überwiesen werden können.
Stark engagiert auf Haiti ist auch die Evangelisch-methodistische Kirche, obwohl durch das Erdbeben zwei ihrer leitenden Mitarbeiter ums Leben kamen: der Leiter des EMK-Hilfswerks UMCOR, Pfr. Dr. Sam Dixon, und Pfarrer Clinton Rabb, Leiter des EMK-Büros für Ehrenamtliche in der Mission. Zurzeit stehen mehrere hundert Freiwillige auf Haiti im Dienste ihrer Kirche im Einsatz. Connexio, das Hilfswerk der EMK in der Schweiz, sammelt Spenden, die zu 100% nach Haiti geschickt werden.
Auch die Baptisten stehen auf Haiti im Einsatz. Ihr Hilfsteam Rescue 24 ist nach Umwegen über die Dominikanische Republik auf Haiti angekommen und hat die Arbeit aufgenommen. Zum Team gehören Katastrophenhelfer, Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrleute, Traumatologen, Alpinisten, Höhlenretter, Funker und Suchhundeführer.
Die Mennoniten in der Schweiz leisten Hilfe, indem sie ihr internationales Hilfswerk Mennonite Central Comittee (MCC) bei der Soforthilfe unterstützen. Andere Freikrchen wie die Chrischona Schweiz oder die Freien Evangelischen Gemeinden überlassen die Initiative den Lokalgemeinden, die zum Beispiel die Bemühungen des Hilfswerks der Evangelischen Allianz - Tear Fund - unterstützen oder Organisationen und Personen, die bereits in ihrem Auftrag in Haiti arbeiten. Tear Fund arbeitet ihrerseits mit der internationalen Hilfsorganisation World Relief zusammen, die der Weltweiten Evangelischen Allianz nahe steht.
Autor: Daniel Gerber/Fritz Imhof
Quelle: livenet.ch, israel heute
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