Iris Muhl berichte für Livenet.ch eine Woche live aus Vietnam.
Iris Muhl berichtet direkt aus Vietnam. Sie besucht mit einer Mitarbeiterin von World Vision verschiedene Projekte und sendet jeden Tag ihre Eindrücke exklusiv an Livenet.ch.
Zürich-Vietnam dauert insgesamt 15 Stunden. Ich kam heute Morgen an. Meine Beine schmerzten vom langen Sitzen. Als ich um 11 Uhr im Hotel ankam, fiel ich todmüde ins Bett. Tabea Leutwyler von World Vision holte mich um 16 Uhr ab. Wir liefen durch die Stadt Hanoi. Es riecht nach Gewürzen, Abgas und Gekochtem. Wir liefen über den Markt. Überall sitzen Frauen, die Waren feilbieten. Unglaublich, wie stark alles riecht. Wir sehen Kotteletten auf einfachen kleinen Tischen liegen. Daneben schwimmen die Fische direkt in einem kleinen Zuber in frischem Wasser. Aale, Haie und Meerfische, deren Namen ich nicht kenne. Weisse Tintenfische liegen in frischem Wasser, um später in der Bratpfanne zu landen. Eine Schildkröte versucht aus ihrem kleinen Holzgefängnis zu entkommen. Auch sie wird im Kochtopf landen.
Die Kinder sitzen hier mit ihren Müttern auf der Strasse. Männer sitzen gemeinsam auf dem Gehsteig und geniessen Tee, rauchen und fabulieren. Sie sitzen auf winzig kleinen Stühlen, wie sie unsere Kinder im Kindergarten haben. Hier sind die Stühle alle blau und aus Plastik. Wir zwei Frauen werden nirgends angesprochen, gehen unbeaufsichtig durch die Strassen, geniessen diese Freiheit, die in arabischen Ländern nicht besteht. Wir fühlen uns wohl, staunen über die Gelassenheit der Leute, obwohl der Verkehr hier unerträglich ist. Alle, die das erste Mal hier sind, können das Verkehrsaufkommen kaum fassen. Tausende von Vespas rasen hier durch die Strassen. Manchmal fahren die Leute zu Dritt auf dem knatternden Zweirad. Eltern fahren mit ihren Kindern. Die Taxis hupen andauernd. Es ist kein Zeichen von Ungeduld, vielmehr von fröhlichem Austausch und höflicher Aufmerksamkeit gegenüber den Fussgängern und Vespas.
Erstaunlich, wie geduldig hier alle miteinander sind! Aber aufgepasst! Will man die Strasse überqueren, muss man um sein Leben bangen. Auch bei Rotphase rasen die Vespas über die Fussgängerstreifen, hupen und lassen die Fussgänger um ihr Leben rennen. Trotzdem wird hier niemand wütend, flucht oder ärgert sich über das unglaubliche Chaos auf der Strasse. Nun haben wir zu Abend gegessen. Nudelsuppe mit Rindfleisch und Koreander, Fisch und Spinat. Danach Grüntee und eine Cola für den empfindlichen Magen. Wir legen uns jetzt in unsere einfachen Betten. Morgen fahren wir zu den Boatpeople, Menschen, die auf Schiffen leben. Bin gespannt, wie World Vision dieses Projekt managt. Gute Nacht.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...