Mission Impossible

Chancen und Hürden für Indiens Christen

Auf dem spirituellen Markt Indiens verändern und vermehren sich Nachfrage und Angebot täglich. Dennoch verzeichnen die Christen des Riesenlandes, die ihren Mitmenschen den Gott der Liebe vorstellen wollen, Fortschritte. Zugleich bauen sich ständig neue Hürden vor ihnen auf.

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Neue Perspektiven für Frauen: Christliche Schulung in Nordindien
Kein Land der Erde hat ein derart buntes Geflecht von Religionen und spirituellen Bewegungen, Völkern und Gruppen wie Indien. In der Globalisierung wird es durcheinandergewirbelt. Inderinnen und Inder ohne Zahl machen sich auf zu neuen Horizonten. Arme verlangen nach Würde und mühen sich für eine bessere Zukunft ihrer Kinder ab. Die christlichen Gemeinden, die diesem Transformationsprozess Impulse geben, werden selbst davon geprägt und mitgerissen.

Mega-Challenge Nordindien

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Stadtgemeinde: Vor dem Gottesdienst in New Delhi
Die einheimischen evangelischen Christen haben vor Jahrzehnten aus dem Süden und Nordosten des Landes zur Evangelisation der Bevölkerungsteile angesetzt, denen Christus bis heute ein Unbekannter geblieben ist. Während der Süden und der Nordosten offiziell über 7 Prozent Christen zählen, sind es in Nordindien nur 0.4 Prozent. Die über 160 Millionen Muslime Indiens stellen die drittgrösste islamische Bevölkerung weltweit dar. Im hinduistischen Kernland zwischen Himalaya und der zentralindischen Hochebene findet sich die grösste Ansammlung von Volksgruppen ohne christliches Zeugnis.

Die Zahl der evangelischen Gemeinden wird mittlerweile auf 300'000 geschätzt, dazu kommen orthodoxe und katholische Gemeinden. Etwa 40'000 indische evangelische Missionare – hundertmal so viele wie vor 40 Jahren – arbeiten in einer anderen Volksgruppe auf dem Subkontinent.

Unscheinbar in Städten

Im neusten Magazin «Indian Missions» des Dachverbands India Missions Association (IMA) konstatiert sein Leiter Susanta Patra allerdings einen abnehmenden Eifer, das Evangelium weiterzugeben, und eine überholte Fokussierung von Mission auf die ländliche Bevölkerung: 70 Prozent der Missionare bemühten sich um die noch 30 Prozent auf dem Land. Dazu kommt, dass die Berufsleute Indiens «heute keine Zeit für Religion haben». Wie wäre es, träumt Patra, «wenn diese 350 Millionen Menschen bekennende Christen wären»? Die indischen Kirchen müssten sich um diese einflussreiche, wachsende Schicht bemühen. In den Städten Indiens sind in den letzten Jahrzehnten Tausende von Hindu-Tempeln erbaut worden.

Die Kultur im Kern treffen

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Neuer Wohlstand: Indische Touristen beim Taj Mahal in Agra
Die einheimischen Hauptreligionen Hinduismus und Buddhismus zerfallen in Hunderte von Strömungen. Die Christen haben es laut Patra nicht geschafft, «ihre Komplexität, die Widersprüche zwischen ihnen und das Verhältnis zwischen ihren Praktiken und ihrer Mutterreligion zu verstehen». Dies aber ist die Voraussetzung für eine Missionsstrategie, welche die tiefsten geistlichen Bedürfnisse der Menschen aufnimmt.

Bisher, so Patra, «war die indische Kirche nicht erfolgreich im Bemühen, den Glauben in den Kern unserer indischen Kultur einzuspeisen». Die IMA-Forscher haben 150 grosse Volksgruppen identifiziert, welche als «gateway people» den Schlüssel für die christliche Mission darstellen: Jede von ihnen braucht nach Patra mindestens 100 Gemeindegründungsbewegungen.

Importierte Zersplitterung

Indische Christen mit weitem Horizont bedauern die Zersplitterung der evangelischen Christenheit in Denominationen. Aus westlichen Ländern wurde sie nach Indien importiert: In einem Dorf mit 40 Häusern im Nordosten des Landes kann es drei Gemeinden geben, die nichts miteinander tun und zu tun haben wollen. Die Verfolgung durch militante Hindus, welche Keile zwischen die Christen zu treiben suchen, und die Untätigkeit der Behörden, die sie nicht schützten, haben jedoch seit 1998 die Christen zunehmend geeint. Doch immer noch, so der Baptistenleiter David Ralte im IMA-Magazin, «mangeln der Missionsarbeit oft Respekt, Vertrauen und ein Bemühen um Vernetzung mit anderen christlichen Zeugen auf dem Missionsfeld».

Webseite:
Missionsdachverband IMA (in Englischer Sprache)

Zum Thema:
Mehr Hausgemeinden in Nordindien

Datum: 18.07.2012
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet

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