Eigene Kommandoeinheit

Staat Israel zwingt Strengreligiöse zu den Waffen

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Eine eigene Kommandoeinheit für strengreligiöse Soldaten plant die israelische Armee (IDF). Nach Berichten der Tageszeitung «Haaretz» soll die Elite-Einheit an eine bewaffnete Brigade angegliedert werden.

Die Pläne des IDF stehen im Zusammenhang mit der geplanten Ausweitung der Rekrutierung strengreligiöser Juden. Im Juli waren das Wehrpflichtgesetz und damit die allgemeine Wehrdienstbefreiung ultraorthodoxer Torah-Studenten ausgelaufen. Israels Oberster Gerichtshof hatte diese Freistellung im Februar für verfassungswidrig erklärt und die Regierung zu einer Neuordnung der Wehrpflicht aufgefordert.

Die bisherige Regelung der Freistellung Ultraorthodoxer stammt aus der Zeit der Staatsgründung 1948. Damals gab es jedoch nur 400 solcher Fälle pro Jahr. Die Geburtenrate in ultraorthodoxen Familien liegt jedoch wesentlich höher als in westlich geprägten, weniger religiösen Bevölkerungsgruppen.

Ultraorthodoxe Männer

Verteidigungsminister Ehud Barak wies diese Woche das Militär an, die Musterungsaufforderung an rund 15’000 junge ultraorthodoxe Männer zwischen 17 und 19 Jahren zu verschicken.

Die neue Einheit soll laut Zeitung aus besonders begabten Soldaten des bestehenden ultraorthodoxen «Nahal-Haredi-Bataillon» rekrutiert werden. Zusätzlich soll ein Infanterie-Bataillon für Strengreligiöse geschaffen werden. Die Umsetzung der IDF-Pläne zum erweiterten Einbezug der Ultraorthodoxen sei jedoch abhängig von der Regierungsentscheidung zur Ausweitung der Wehrpflicht.

Mehr zum Thema:
Die riskante «Zwangsrekrutierung» Ultra-Orthodoxer
Ultraorthodoxes Judentum auf Wikipedia

Datum: 19.10.2012
Quelle: Livenet / Haaretz / Kipa

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