REACH

Autowaschen mit höherem Sinn – und Barbecue

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REACH: Der Gruppenleiter weist Aufgaben zu.
Seit Februar weilt der 20-jährige Zürcher Samuel Müller in Australien. Vor kurzem hat er die Ausbildung am Hillsong College in Sydney begonnen, das einer Trendkirche in der südaustralischen Metropole angeschlossen ist.
Samuel Müller beschreibt in einer losen Folge von Artikeln seine Erlebnisse. Hier der dritte Bericht.

Was, wenn eine Kirche im Ausland bekannter ist als in der eigenen Stadt? Was, wenn Christen aus allen Kontinenten nach Sydney kommen, weil eine Church mit ihrem Worship, ihren Lobpreis- und Anbetungsliedern die ganze Welt erreicht? Dann sollte man darauf achten, dass die Beziehungen zur Umgebung nicht vernachlässigt werden. Deshalb verteilten sich am vergangenen Samstag Hunderte junge Christen der Hillsong Church über ganz Sydney.

Rasen mähen, Strassen säubern, Autos waschen und in die Church einladen – mit dem Einsatz (REACH heisst das hier) suchen die Hillsong-Leute einmal im Jahr ihren Mitmenschen in der Stadt zu dienen.

Auch ich war mit meiner Hauszelle an diesem Samstag unterwegs, um verschiedenen Menschen bei Arbeiten rund ums Haus zu helfen. Die Leute wurden eine Woche im Voraus angefragt, ob sie Hilfe gebrauchen könnten. Viele lehnten ab, und bei dem Wort Church war oft eine abweisende Haltung feststellbar. Die Warteschlangen vor Autowaschanlagen wären bestimmt riesig, könnte man sein Auto gratis waschen, aber wenn jemand an die Türe klopft und freies Autowaschen anbietet, wird die Hilfe nicht angenommen.

Wir hatten dennoch genug zu tun und verwandelten manchen Urwald in einen hübschen Garten. Nach der Arbeit füllten wir unsere Bäuche bei einem grossen Barbeque (Grillfest), zusammen mit anderen Hauszellen.

Die Idee von REACH ist, dass man Menschen ohne Entlöhnung hilft und so ein Zeugnis von Gottes unbeschreiblichem Angebot gegenüber uns Menschen sein kann. Weiter soll in die Kirche eingeladen und durch Sponsoren Geld für die Jugendarbeit der Church gesammelt werden.

Soviel zu REACH – über die Church schreibe ich in meinem nächsten Bericht mehr. Im Juli findet die Hillsong-Konferenz statt, unter anderem mit Delirious und Matt Redman...

Start am College

Diese Woche begann der zweite Term (Studienquartal) am Hillsong College – mein Start an der Schule. Drei Mal im Jahr kann man ins College einsteigen. Die meisten Studenten beginnen im Februar mit dem College, andere kommen im Mai – diesmal sind es mit mir über sechzig Studenten – oder im August.

Die Leute kommen von Amerika, Kanada, England, Schweden, Kenia, Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Japan, Korea, Singapur, Indonesien... oder wie ich aus der Schweiz. Das kontinentale Europa ist vor allem durch Schweden, Norweger und Holländer vertreten. Natürlich hat es auch einige einheimische Studenten, die sich während ihrer Zeit am College entweder voll in die Hillsong Church integrieren oder aber in ihrer Gemeinde bleiben und unter der Woche das College besuchen. Die Vielfalt an Nationalitäten ist riesig und äusserst spannend.

Mir sind vier Schweizer in der Hillsong Church bekannt, und so komme ich zwischendurch auch mal zum vertrauten „Schwizerdütsch“. Andi von Bern und Sonia von Zürich sind in der City-Church, ich und Martin (hat zwei Jahre am College abgeschlossen und ist jetzt von der Church angestellt) sind in der Hills, dem ersten Hillsong-Standort etwa eine Autostunde westlich des Zentrums von Sydney.

Das College bietet verschiedene Richtungen der Leiterschaftsschulung an: Pastoral Ministry, Worship and Creative Arts (Anbetung und kreative Künste, WACA) oder ‘TV and Media’. Im pastoralen Bereich kann man sich auf Seelsorge, Jugend- oder Kinderarbeit spezialisieren. Jede Richtung hat die gleichen Kernfächer, die alle besuchen. Daneben gibt es Fächer für die einzelnen Richtungen und frei wählbare Fächer. Das College vereint Bibelschule mit Leiterschaftstraining. WACA ist zusätzlich eine Musikschule in Worship.

Vier Tage pro Woche ist Studienbetrieb. Am Wochenende hat man in mindestens zwei Gottesdiensten mitzuhelfen.

Webseite des Hillsong College: www.hillsongcollege.com

Autor: Samuel Müller

Datum: 21.05.2003

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