Ein christliches Europa?

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Blütenpracht im Herzen Frankreichs.
Um Europas Seele wird gerungen. Wenn es einmal christlich war, was ist von dieser Prägung zu bewahren? Die EU-Verfassung kam ohne Erwähnung Gottes aus. Freidenker fordern eine Gesellschaft, die sich von aller Religion distanziert. Wie viel Christentum tut Europa gut? Ein Buch nähert sich dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.

"Protestantismus und europäische Kultur" heisst der erste Band einer Reihe, welche die Evangelische Kirche in Deutschland EKD lanciert hat. Er sucht die grossen Fragen in Ansätzen zu beantworten: Wie kann Europa seine Seele behalten (oder wieder finden), wie sich selbst bleiben, wenn es sich weiter öffnet? Der EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber skizziert den Kern der jüdisch-christlichen Tradition, welche den Menschen zuerst von Gott her sieht, als Geliebten und zur Freiheit, aber auch zur Gemeinschaft Berufenen. "Der Mensch ist mehr, als er selbst aus sich macht."

Religion gehört dazu - aber wie?

Im 130seitigen Buch kommen die schmerzlichen Erfahrungen zur Sprache, welche Europäer mit (missbrauchter) Religion gemacht haben. Die Auflehnung gegen Machtausübung im Namen Gottes hat seit der Aufklärung zur Säkularisierung geführt: Die Kirchen herrschen in der Gesellschaft nicht mehr; die Lebensbereiche haben sich verselbständigt; Glauben ist Sache des Einzelnen geworden. Doch nun stellt sich, verschärft durch die Zuwanderung von Millionen Muslimen, die Frage nach Europas Seele. Und man merkt: Religion gehört dazu. Das Christentum auch - aber in welcher Gestalt?

Toleranz setzt Identität voraus

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Die acht AutorInnen des schmalen Bandes schlagen Schneisen durchs unübersichtliche Themenfeld: Im multikulturellen Europa, bei wachsender Vielfalt, setzt Zusammenleben und echte Toleranz voraus, dass man um die eigene Identität weiss. "Europa fordert uns heraus, es neu zu erzählen." Und dies gerade weil die Erfahrungen seiner Völker so unterschiedlich sind. Ein Historiker verweist auf das, was die Zivilgesellschaft kann und nicht kann: Ihr säkularer Humanismus ermöglicht das Zusammenleben religiös verschiedener Menschen - aber selbst kann er nicht Heimat vermitteln wie die Religionen.

Mehr zum Buch "Protestantismus und europäische Kultur"

Protestantismus und europäische Kultur
Protestantismus und Kultur, Band 1
Hrsg. Petra Bahr, Aleida Assmann, Wolfgang Huber, Bernhard Schlink
Gütersloh 2007
ISBN 978-3-579-05480-3

Datum: 25.03.2008

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