Missionarische Kurzeinsätze

Drei Schritte, damit sie gelingen können

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Der Sommer kommt und die Saison beginnt: Tausende von jungen Christen verbringen ihren Urlaub irgendwo auf der Welt in einem missionarischen Kurzeinsatz. Begeisterung und Erwartungen sind gross. Doch was kann solch ein Kurzeinsatz leisten? Und welche Schritte sind nötig, damit er gelingt?

Craig Greenfield sieht die vielgepriesenen Kurzeinsätze ziemlich kritisch. In seinem Blog stellt er klar: «Wirkliche Veränderung unter den Armen geschieht selten in einem Zeitfenster von 14 Tagen.» Der Missionar, der mit seiner Frau seit 15 Jahren in einem kambodschanischen Slum lebt und arbeitet, lehnt sie aber nicht ab, denn sie haben auch viele gute Seiten: «Ich bin davon überzeugt, dass unser Herz nur von dem bewegt werden kann, was unsere Augen gesehen haben.» Ein Kurzeinsatz hat durchaus das Potenzial, seine Teilnehmer aufzurütteln und ihnen weiterzuhelfen. Greenfield nennt drei Schritte, die dabei helfen, dass solch ein Missionstrip nicht auf Kosten der Einheimischen stattfindet.

1. Sprich lieber vom Visions-Trip als vom Missionseinsatz

Manche sensationellen Berichte von Missionseinsätzen täuschen über die Realität hinweg, dass sie streng genommen gar keine «Mission» sind. Wie sollten in kürzester Zeit, ohne Kultur- und Sprachkenntnisse, Menschen zu Jüngern werden, wie es im Missionsbefehl (Matthäus, Kapitel 28, Vers 19) heisst? Wie sollten Menschen in die Nachfolge von Jesus gerufen werden? Wie sollten sich Armut oder prekäre Lebensumstände kurzfristig ändern? Jesus selbst verbrachte 30 Jahre unter den Menschen, denen er danach diente. Das mag das andere Extrem sein, doch Craig Greenfield stellt provozierend in den Raum: «Lasst uns den lächerlichen Begriff 'Kurzzeitmissionar' loswerden. Er ist ein Widerspruch in sich selbst und sollte durch etwas ersetzt werden, das die Wirklichkeit besser beschreibt.»

Man kann zum Beispiel von einem Visions-Trip sprechen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von dem, was die Reisenden alles vollbringen wollen, hin zu dem, was Gott ihnen zeigen möchte. Und das ist einiges: Die Begegnung mit anderen Menschen, Hautfarben, Religionen, Kulturen, mit Armut und Not prägt. Auch Studienaufenthalt ist ein geeigneter Begriff. Er klingt zwar nicht so abenteuerlich, doch er unterstreicht, dass die Teilnehmer weniger die Lehrenden sind als vielmehr die Lernenden. Sie selbst wollen in dieser Zeit wachsen – und das werden sie! Greenfield macht klar, dass dies keine Wortklauberei ist. Es geht ihm um die Haltung, mit der junge Leute ins Ausland gehen. Und die beginnt mit dem Abschied von der Grossspurigkeit.

2. Lass den Geldbeutel stecken

Junge Teilnehmer an Kurzeinsätzen fühlen sich nicht reich und stellen im Ausland schnell fest, dass sie es doch sind. Ältere fahren oft schon im Bewusstsein, dass sie mit ihrem Geld etwas bewegen möchten. Craig Greenfield schüttelt den Kopf: «Ich habe gesehen, wie viel Schaden durch wohlmeinende Gutes-Tuer mit dicken Geldbeuteln entstehen kann. Wir kommen mit unserer westlichen Denkweise, die für jedes Problem eine wirtschaftliche Lösung sieht. Und wir überfahren die Gemeinschaft vor Ort mit unseren immensen Ressourcen.»

Natürlich ist missionarische und soziale Hilfe auf Finanzen angewiesen. Und Geben ist ein wichtiges biblisches Prinzip. Doch wer gibt, sollte weise geben. Greenfield schlägt eine Ausgleichsstrategie vor. Wer in einer Notlage helfen möchte, sollte nicht einfach fragen, was ihre Beseitigung kostet, sondern vielmehr, wie viel der Betroffene selbst dazu beitragen kann. Dann kann er anschliessend den noch fehlenden Betrag zuschiessen. Es geht in jedem Fall darum, Abhängigkeiten zu vermeiden, und immer wieder auf erfahrene Missionare oder Einheimische zu hören, die in der jeweiligen Kultur daheim sind und Zusammenhänge besser einschätzen können.

3. Denke weiter: Was hat Gott mit dir vor?

Manch einer macht sich auf den Weg in einen Kurzzeiteinsatz, um endlich «ganz für Gott da zu sein». Doch das ist ein Missverständnis. Wer Hilfsgüter an Arme im Sudan verteilt, ist damit nicht geistlicher als eine Kassiererin im Supermarkt in Basel oder ein Schüler in Frankfurt. Gott begabt Menschen unterschiedlich und gibt ihnen verschiedene Aufgaben. Egal wo: Wir sollen Gott dienen. Ein Visions-Trip ist dabei nicht der ultimative Dienst für Gott, aber er kann eine grosse Hilfe sein, um Gottes Berufung für den eigenen Alltag deutlicher wahrzunehmen. Das mag eine Berufung in missionarische Arbeit oder zu humanitärer Hilfe sein, aber vielleicht auch «nur» die Bestätigung, weiter in der Bank zu arbeiten oder die Entscheidung, Agrarwissenschaft zu studieren.

Zum Abschluss fasst Greenfield seine beschriebenen drei Schritte zusammen: «Sie sind wirklich leicht anzuwenden, aber sie verändern das Denken des Reisenden und das gesamte Herangehen an seine Reise.» Danach «macht» man keine Mission mehr. Aber vielleicht entsteht dann etwas viel Bedeutungsvolleres…

Zum Thema:
Einmal Armenien und zurück: Mission ist keine Einbahnstrasse
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Datum: 28.06.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / CraigGreenfield.com

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