Ist Rache süss – oder bitter?

Wer kann mir sagen, woher der Spruch «Mein ist die Rache, spricht der Herr!» kommt? Ist er aus der Bibel oder bezieht er sich darauf? Was ist damit genau gemeint?

Haltet Frieden miteinander, überwindet das Böse mit Gutem. Wunderschöne Worte sind das. Es wären geradezu paradiesische Zustände, wenn es uns gelänge, so miteinander zu leben. «Mein ist die Rache, spricht der Herr!»: Der Spruch stammt aus dem 5. Buch Moses, Kapitel 32, Vers 35. Er wird vom Apostel Paulus zitiert, und zwar in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom zur Unterstützung seiner Aufforderung: «Rächt euch nicht selbst.» Der Gedanke der dahintersteckt: Wenn euch jemand Unrecht getan hat, dann liebt ihn trotzdem; Gott wird für euch Vergeltung üben, er kann das besser als ihr.

Doch unsere Welt sieht anders aus. Haltet Frieden miteinander - überwindet das Böse mit Gutem! Das würde ich ja gerne. Manchmal ist die Verletzung, die mir jemand anderes zufügt, einfach zu gross. Da brodelt die Wut in mir und das Verlangen danach, dass das erfahrene Unrecht einen Ausgleich braucht, ist enorm. Wie soll das praktisch gehen?

Wie man es andern heimzahlt

Die Geschichte ist echt: Eine Gruppe von zornigen Männern trachtete danach, sich an einem Nachbarn zu rächen, indem sie das Dach von seinem Haus herunterreisen wollte. Weshalb sie so wütend waren, weiss ich nicht mehr. Sie hatten bereits damit angefangen, als der Nachbar aus seinem Haus kam und sie zum Essen einlud. Die betretenen Männer, die nicht realisiert hatten, dass er zu der Zeit zu Hause war, folgten der Einladung und reparierten danach das Dach wieder, und zwar aus eigenem Antrieb.

Als sie weggingen, sagte einer der Rädelsführer: «Wir haben ihm sicherlich eine Lektion erteilt, nicht wahr?» Wenn sie ihm eine erteilt hatten, so lehrte der Nachbar sie eine viel Grössere - eine Lektion darüber, wie man es dem anderen heimzahlt.

Abraham Lincoln, ehemaliger Präsident der USA, sagte einmal, dass der beste Weg, einen Feind loszuwerden, darin besteht, ihn zu seinem Freund zu machen. Seien wir ehrlich: Dies ist eine schwierige Aufgabe. Wir mögen nicht viele «echte» Feinde haben, aber zumindest ein paar Menschen, die wir nicht wirklich mögen, oder auf die wir, aus welchem Grund auch immer, wütend sind.

Die zwei Beispiel könnten als taktisches Verhalten ausgelegt werden. Gott erwartet aber tatsächlich, dass man aus inneren Überzeugung den Feinden verzeiht. Aus «Wie du mir - so ich dir!» sollte ein «Wie Gott mir - so ich dir!» werden.

Das Böse mit Gutem überwinden

Das ist ein Leitsatz von Paulus. Er hat das selber erst lernen müssen. Mit Wut und Schnauben ist er zuerst selber gegen die Christen vorgegangen, bis zu dem Tag, an dem Gott sein Leben veränderte. Damit ist Paulus ein gutes Vorbild für ein konsequentes Leben aus dem Glauben. Er ist kein Heiliger, der immer alles richtig gemacht hat. Vorher nicht, und auch nicht später. Aber er ist einer gewesen, der erkannt hat, worum es im geht. Nicht nur um das Heil der Seele, nicht nur um eine persönliche Beziehung zu Gott. Sondern auch, dass die anderen Menschen um einen herum etwas davon haben.


Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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