Marc Ebermann, Leiter des Bass-Workshops. (Fotos: Philipp Böhlen)
130 kreative Seelen besuchten die «Summer Art Session». Im Gwatt-Zentrum am Thunersee verbesserten die jungen Künstler ihr Können in Musik, Tanz, Theater, Malen, Grafik und Schreiben.
Im Thuner «Gwatt Zentrum» wird die vierte «Summer Art Session» (SAS) durchgeführt. 14 Kurse organisierte das Team der Session Mitte Juli 2007. 130 Teilnehmer besuchten einen dieser einwöchigen Workshops im Zentrum, das idyllisch am See liegt. Professionelle Künstler und Dozenten wie etwa Beate Ling oder Sarah Kaiser unterrichteten.
Die Bandbreite reichte von Acryl-Malen über grafisches Design bis hin zu Modern Dance.
Arrogant gegen Gott?
In einem Plenum ermutigte Danny Scott (Leiter des Physical-Theater-Kurses) die Besucher, in die Gesellschaft hineinzuwirken und das Potential zu nutzen, das «Papa Gott» in einen steckte. «Gott hat das Talent gegeben, es ist sein Traum, dass wir es ausleben. Da dürfen wir nicht die Arroganz haben, das abzulehnen.»
Perfekte Inspiration
Sarah Kaiser gibt Gas mit den Teilnehmern des Gesang-Workshops. (Foto: Philippe Gueissaz)
Im Plenum referierten Walter und Katrin Dürr, die beiden leiten die Jahu-Gemeind in Biel. Kunst sei harte Arbeit, betonte SAS-Leiter Timo Schuster. Aber auch die geistliche Ebene sei wichtig: «In Gott findet man die perfekte Quelle der Inspiration.»
Schuster spricht von vier Dimensionen. «Die erste ist, die artistische Fähigkeit beherrschen, die zweite ist die Kreativität, der Blickwinkel. Ziel und Charakter ist die dritte Dimension, seine Stimme erheben können, auch unter schweren Umständen. Und die vierte ist, dass Gottes Kraft reinkommt.»
Dies symbolisierte Sänger Chris Hess bei den Plenarveranstaltungen; er bestritt den Worship* mit den Leitern verschiedener Workshops. Wie Perlen reihten sich spontane Auftritte dazu, sei es durch Tänzerinnen oder Hip-Hop-Einlagen.
* poppig-rockige Anbetungsmusik
Schlussfeuerwerk
Die Physical-Theatre-Gruppe bei einem Auftritt an der Late-Night-Session. (Foto: Philippe Gueissaz)
Höhepunkt der Woche war der Freitagabend. In einer Show gewährte jede Arbeitsgruppe einen Einblick in ihr Schaffen. Die Schlagzeuger beispielsweise donnerten ein Feuerwerk auf die Bühne: Jeder der rund zehn Drummer hatte einen Becken-, Drum- oder Hi-Hat-Teil – alles in allem ergab dies ein komplettes Schlagzeug, bearbeitet von zehn Personen.
SAS-Sekretärin Erika Sandmeier: «Höhepunkte waren für mich die vielen unterschiedlichen Menschen und ihre Künste. Eindrücklich war die Vielfalt, die in kurzer Zeit auf der Bühne stand. Auch die geistlichen Aspekt zum Thema Kunst gingen tief.»
«Sehr zufrieden»
Mit der fünften Ausgabe sei er sehr zufrieden, sagt Timo Schuster. «Ein absoluter Segen, alles war aus einem Guss. Das grösste Problem war, dass ein Tanzraum zu eng war. Wertvoll war, dass uns ein neunköpfiges Team der Arts Ministry School unterstützte. Sie assistierten uns, das entlastete uns sehr.»
Nathalie Frossard unterrichtete Modern Dance.
«Inspire your creative potential» - damit warb die SAS. Schuster: «Inspiration kommt von Gott. Wir finden sie auch in der Natur, aber Gott ist der Geber.» Die eigene Identität sei wichtig. «Wenn wir wissen, wer wir sind, können wir uns so verhalten. Kreativität beinhaltet auch, wie wir an Problem rangehen, sie sind da, damit wir daran wachsen. Als Künstler können wir sie von einer anderen Perspektive anschauen. Potential erhalten wir von Gott, er will uns beteiligen an seinem Reich und an seinem Plan.»
SAS werde weitergeführt
Die Summer Art Session «tagte» 2002 erstmals und seitdem jährlich, ausser 2005 wegen Wechsel im SAS-Team und der Suche nach einem neuen Lokal. Seit 2006 inspiriert die SAS am See in Gwatt – und wohl auch im kommenden Jahr. SAS-Sekretärin Erika Sandmeier: «Vermutlich gibt es im Jahr 2008 die nächste Session. Wir entscheiden im September.» Nicht auszuschliessen sei, dass man ein Jahr pausiere.
Choreographisch weiterbilden konnte man sich bei Astrid Künzler-Büchter.
Chris Hess (links) und Alamande Belfor mit einer Hip-Hop-Einlage.