«Pilgerreise»

Johannes Falk über sein Solo-Debüt

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Deutschpop, mal nicht belanglos und seicht. Mit seinem ersten Soloalbum «Pilgerreise» hat Johannes Falk einen echten Coup gelandet. Eingängige und doch raffinierte Melodien, eine kraftvolle Stimme und eine Botschaft, hinter der mehr steckt als schnulzige Liebesgeständnisse. Wir haben uns mit Johannes Falk über sein Debüt unterhalten.

Wie kam es zu deinem Soloalbum?

Die Idee dazu gab es schon lang. Ich hatte verschiedene Bandprojekte, aber nach meinem Studium an der Popakademie dachte ich mir immer wieder: Wie geht es weiter, was will ich machen?
Welche neuen Herausforderungen gibt es für mich als Künstler und Songwriter? Und dann hab ich das Buch Pilgerreise entdeckt. Beim Lesen sind Bilder in meinem Kopf entstanden, Fragen, Antworten, Ideen. Es hat mich unglaublich inspiriert. Raus aus der Leere, voll und ganz hin zu einem Thema.

Pilgerreise, ist das nicht ein uralter Schinken?

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Ja, ein Klassiker der christlichen Literatur. John Bunyan hat das Buch 1642 im Gefängnis geschrieben. Es ist die allegorische Erzählung eines Pilgers der sich aufmacht, das Ewige Leben zu suchen. Die ganze Geschichte dreht sich um die Suche nach Wahrheit und Glück. Um die Sehnsucht das ewige Leben zu finden, endlich anzukommen, Gott zu sehen. Das hat mich gepackt!
Uns geht es in unserem Wohlstand so gut, da tritt die Sehnsucht nach Ewigkeit komplett in den Hintergrund. Wir sind zwar alle irgendwie gläubig, aber wir sind satt und zufrieden und das hindert uns, nach mehr zu suchen. Diese Gedanken haben mich tief berührt und inspiriert. Auch auf meinem Album geht es darum: Was ist die Wahrheit, was kommt nach dem Leben auf dieser Erde?

Wie hast du das musikalisch umgesetzt?

Man kennt mich vielleicht mit grösseren Bands und Gitarren-lastigem Rock, aber dieses Album ist ein wenig anders. Es geht musikalisch eher in die britische Richtung. Poprock, teilweise fast hymnisch und sehr Klavier-lastig. Da hat Florian Sitzmann Unglaubliches beigesteuert.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Florian Sitzmann?

Ich kenne ihn schon eine ganze Weile. Er ist ja auch Dozent an der Popakademie und hat mich irgendwann für ein Projekt als Backgroundsänger eingeladen. Und die Zusammenarbeit hat sich als sehr gut herausgestellt.

Ein Lied auf dem Album, das dir besonders am Herzen liegt?

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Ich habe mal eine Doku gesehen, über eine Frau, die unter dem Messi-Syndrom leidet. In ihrer Wohnung war alles vermüllt, ihre Lebensqualität war total eingeschränkt. In dem Buch Pilgerreise gibt es die Passage von einem Zimmer voller Staub. Wer es reinigen will, wirbelt erst mal noch mehr Staub auf. Diese beiden Bilder habe ich im Song „Weit auf“ verarbeitet. Wie sieht es denn mit  unserem Leben aus? Sind wir innerliche Messis? Häufen wir Träume und Sehnsüchte an und klammern uns an Dinge, die nicht unserer Berufung entsprechen? 

 

Du bist Support der «Söhne Mannheims». Wie kam es zu dieser Ehre?

Wir haben natürlich immer überlegt, wie wir mein Album publik machen können. Und dann habe ich gehört, dass die «Söhne Mannheims» einen Wettbewerb ausgeschrieben haben, mit öffentlichem Voting. Zwar habe ich nur den zweiten Platz belegt, aber offensichtlich hat mein Auftritt Naidoo und Herberger ganz gut gefallen, so dass sie mich für drei Termine auf ihre Europa Tour eingeladen haben. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt!


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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