«Gott zieht die Fäden»: Daniel Albietz, als CVP-Vertreter neu in der Exekutive von Riehen.
Von «Sensation» und «faustdicker Überraschung» schrieben die Basler Medien. Die Bilder zeigten einen strahlenden Daniel Albietz. Der CVP-Mann war auf Anhieb mit dem Spitzenresultat in die Riehener Exekutive gewählt worden. Auch dank dem «Faktor Gott».
Alle waren baff, sogar er selber: Glanzvoller Spitzenplatz bei der Wahl der sechs Riehener Gemeinderäte, nachdem er im ersten Wahlgang mit zwölf Kandidaten noch Rang neun belegt hatte. Daniel Albietz hatte der CVP erstmals nach 16 Jahren zu einem Sitz in der Riehener Exekutive verholfen und die SP zurückgebunden. Dahinter steckte wahlpolitische Strategie: Erstmals hatten sich CVP, FDP, LDP und SVP zu einem bürgerlichen Schulterschluss gefunden.
Für Albietz war es mehr: «Hinter meinem Resultat sehe ich die Handschrift Gottes und eine Bestätigung meines bisherigen politischen Weges.» Albietz will sich auf das herausragende Resultat nichts einbilden. Er spricht vom «Faktor Gott». «Klar haben wir taktisch mit dem bürgerlichen Bündnis vieles richtig gemacht. Doch ich habe Gott auch gefragt, welche Taktik die richtige sei.»
Wer ist das eigentlich?
Die Medienleute rieben sich die Augen und fragten zuerst: Wer ist eigentlich Daniel Albietz? Antwort: Geboren 1971 in Uster, Sohn des früheren Chrischona-Direktors Karl Albietz, verheiratet mit Sonja, drei Kinder, Anwalt mit eigener Kanzlei, seit 2000 Mitglied der CVP, seit 2003 im Einwohnerrat von Riehen, Sektionspräsident der CVP, als Major Untersuchungsrichter am Militärgericht, Präsident einer christlichen Privatschule, Stiftungsrat der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind. Kennzeichen: Vibrierend lebendig, oft herzhaft lachend, weit überdurchschnittliches Redetempo, offensiver Christ.
Aha-Erlebnis in Moscia
Das politische Aha-Erlebnis kam mit 16 in einem VBG-Lager in Moscia: «Da wurde mir klar, dass Gott engagierte Staatsleute braucht, die ihm vertrauen.» Prompt forderte er von allen Parteien Unterlagen an. Warum dann gerade CVP? «Schon in diese Evaluation habe ich Gott einbezogen», verrät Albietz. «Mir war klar: Wenn ich etwas bewegen will, braucht es eine grosse Partei.
Den Ausschlag gab am Schluss das «C», abgeleitet von Christus.» Ungebremst betont Albietz gleich, er wünsche sich Christen in allen Parteien und allen Lebensbereichen. Christen gehörten in die Medien, die Bildung, die Wirtschaft und die Wissenschaft.
«Relativ staatskritisch»
Daniel Albietz versteht sich als Mitte-Politiker. Mitte bedeutet für ihn Ausgleich und Vermittlung. Er freut sich, dass auch Annemarie Pfeiffer als bekennende Christin in die Riehener Exekutive gewählt wurde. Doch sie werde als EVP-Mitglied eher links wahrgenommen, zumal sich ihre Partei einem Links-Bündnis angeschlossen hatte. Albietz nennt sich «relativ staatskritisch». Er pocht auf die Selbstverantwortung. «Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, die Leute durchzufüttern.» Freilich habe der Staat auch eine soziale Verpflichtung gegenüber wirklich Schwachen.
Wichtig ist ihm die Nachhaltigkeit: «Man kann nur gut wirtschaften, wenn man nachhaltig wirtschaftet. Dazu gehört die Bewahrung der Schöpfung.» Albietz fährt ein schadstoffarmes Gas-Auto. Seine erste politische Zielsetzung aber gilt der traditionellen Familie und dem Schutz des Lebens. So engagiert er sich im Komitee jener Initiative, die Abtreibung nicht mehr über die Grundversicherung finanzieren will.
Der grosse Regisseur
«Gott spielt in meinem Leben keine Rolle, er ist der Regisseur.» Auch die Medien sind auf den Leitsatz auf Albietz? Homepage aufmerksam geworden. Was will er damit sagen? «Gott ist derjenige, der die Fäden zieht. Eine politische Karriere ist nur beschränkt planbar. Darum braucht es jemanden, der grösser ist als ich und der mich führt. Dass er das tut, gibt mir eine grosse Freiheit und Gelassenheit.»
Was lernt er als Politiker von Jesus? Albietz versucht sich kurz zu fassen: «Seine Liebe zu den Menschen war gross. Er hatte keinerlei Berührungsängste. Und doch war er in der Erfüllung seines Auftrags stets klar und bestimmt.» Versteht sich Albietz denn als Missionar? «Ich habe eine Mission im Sinne eines Auftrags. In der Politik lebe ich das Evangelium in erster Linie im persönlichen Kontakt.»
Bereits spekulieren die Medien über Albietz‘ politische Zukunft. Bald einmal als Nationalrat ins Bundeshaus? Der CVP-Aufsteiger spricht für einmal auffallend langsam: «Vieles ist Fügung. Ich schliesse nichts aus. Ich will einfach bereit sein.»
Datum:
22.03.2010 Autor: Andrea Vonlanthen Quelle: ideaSpektrum Schweiz
Vor 44 Jahren rettete der Israeli Hesi Eres die Palästinenserin Marjam Jassin während dem Sechs-Tage-Krieg vor dem sicheren Tod. Jetzt traf Eres die...
Christsein hat es nicht nur mit dem Sonntagsgottesdienst zu tun. Darauf macht die Initiative «Glaube am Montag» aufmerksam. Was Glaube im Alltag für...
Christen sollten die eigenen Prioritäten im Umgang mit dem Sonntag überprüfen. Dies meint Pfarrer Alfred Aeppli, Präsident des Landeskirchen-Forums....
Mit 20 las sie Gruselkrimis. Doch eines Tages begegnete sie «bibbernd» einem Hauskreis und wurde schliesslich Religionslehrerin. Wie konnte es nur so...