Alice Cooper ist per sofort auch in Deutschland mit seiner Radio-Show zu hören. (Foto: Thomas Brodbeck)
Alice Cooper erzählt im deutschen Radio in einer wöchentlichen Show Anekdoten aus der Rockgeschichte. Zudem ist er als Gastsänger auf der neuen CD von Gitarrero Slash zu hören. Auch aus Coopers Leben sind zahlreiche Müsterchen zu vermelden, das ein und andere sei hier genannt.
Seit kurzem ist Alice Cooper regelmässig in Deutschland zu hören. Auf dem Rocksender «StarFM» lässt sich Cooper regelmässig vernehmen. In seiner Radio-Show mit dem Namen «Star FM - Nights with Alice Cooper» ist der Schockrocker in den USA bereits seit Jahren zu hören. In den deutschen Landen läuft nun das Pendant jeden Freitag von 21.45 bis 23.45 Uhr. Cooper liefert Anekdoten aus der Rockgeschichte und seine Lieblingshits.
Gitarrenheld Slash (Ex Guns N' Roses) publiziert Anfang April das erste Album unter seinem eigenen Namen. Dazu engagierte der Sohn einer Afro-Amerikanerin und eines englischen Juden verschiedene Gaststimmen, darunter Alice Cooper, der zusammen mit Nicole Scherzinger (Frontfrau der „Pussycat Dolls") ein Duett singt; das aber nur als Bonus-Track diverser Sonderauflagen zu haben sein soll.
Cooper hing einst an der Flasche
Cooper blickt auf ein packendes Leben zurück. Sein früherer Lebensstil hatte den Predigerssohn (Vater und Grossvater waren Prediger und Missionare unter Indianern) selber an den Rand des Abgrunds gebracht. Im Gegensatz zu vielen anderen Rockstars machte er aber nie den Schritt darüber hinaus.
In den 1970er-Jahren war er abhängig vom Alkohol. Zwischenzeitlich kam er von diesem los. Ein Rückfall folgte in den frühen 1980er-Jahren, was auch in seinem Werk abzulesen war. Drei Alben waren mit bizarren Texten versehen und wenig erfolgreich. Endgültig vom Alkohol los kam Cooper 1984. Über die Heilung seines Alkoholproblems wurde er in der Süddeutschen Zeitung zitiert: «Gott hatte diese Gier nach Alkohol von mir genommen. [...] Für die Ärzte war ich der klassische Alkoholiker, aber hier handelt es sich nicht um eine medizinische, sondern um eine spirituelle Angelegenheit.
Ich bin in einer christlichen Gemeinschaft aufgewachsen. Mein Vater und mein Grossvater waren Priester, auch der Vater meiner Frau übrigens. Deshalb gab es Leute, die für mich gebetet haben, für mich, für den Inbegriff des Nichtchristlichen. [...] Diese Gebete wurden erhört. „Du musst eine ungeheure Willenskraft haben", sagen die Leute, wenn sie von meiner Abstinenz sprechen. Doch das stimmt nicht. Ich bin schwach und fehlbar wie alle, aber diese Gier wurde von mir genommen.» (Quelle Süddeutsche Zeitung, wiedergegeben bei wikipedia).
Längst hat Alice Cooper aufgehört, privat seine eigene Bühnenfigur zu sein. Seit 27 Jahren ist er mit Sheryl verheiratet, die beiden haben drei Kinder.
Mann des Jahres wird Leiche des Jahres
Cooper greift immer wieder Stoffe aus dem Alltag auf. So etwa im Song «Man of the year» - «Mann des Jahres»: «Mir gefällt es, einen perfekten Mann zu porträtieren. Alles an ihm ist perfekt: der Geschmack, die Frau, die Kinder, seine Laufbahn, die Krawatte - alles, einfach alles ist perfekt. Und dann fragt er sich: „Warum halte ich mir dann eine Pistole in den Mund?" Offenbar ist etwas schiefgegangen. Er vermisst etwas. Das ist die Ironie in dieser ganzen Perfektion.
Man sieht das oft am Fernsehen: Grosse Wirtschaftsleute, bei denen es scheint, als hätten sie die Welt unter ihren Füssen, die bringen sich mit einem Mal um. Und man fragt sich, warum? Er hatte ja alles ... Anscheinend eben doch nicht. Ich wende mich damit an die Öffentlichkeit. Die Leute können sich sagen: "Gut, ich habe ein perfektes Leben. Aber was fehlt mir?" Vielleicht sind es nicht Autos und auch nicht schöne Frauen. Vielleicht ist es mehr spirituell. Ein Mangel in meinem Herzen, der mich verrückt macht.
Ich denke, kein Mensch auf diesem Planeten ist mit dem zufrieden, was er hat, auch nicht Bill Gates mit seinen Milliarden Dollar. Da ist etwas in ihm, dass er sich noch wünscht. Vielleicht ist es ein Seelenfrieden, vielleicht Liebe, vielleicht, dass er in der Nacht gut schlafen kann. Irgendetwas vermisst jeder. Davon handelt dieser Song.»
Coop’ ist einer der Gaststars auf dem neuen Album des Gitarristen Slash. (Foto: Dylan)
«Jeder vermisst etwas»
Cooper sagt, er denke, dass jeder etwas anderes vermisse und dass viele ein Loch in ihrem Leben empfinden. «Die meisten reichen Leute fühlen sich schuldig, weil sie reich sind. Die meisten armen Leute glauben, dass das Geld all ihre Probleme löst. Ich finde, dass die Menschen ihr geistliches Leben vernachlässigen. Sie vernachlässigen ihren Glauben an Gott. Ich denke, dies hinterlässt ein grosses Loch in ihrem Leben. Ja, ich denke, wenn man zu ihm zurückkehrt, ist man zufriedener.»
Cooper leitet Hilfswerk
Vor mehreren Jahren war Cooper Mitgründer der «Solid Rock Foundation», die er heute als Präsident leitet. «Wir sammeln Geld, um Innenstadt-Kids zu helfen. In Phoenix gibt es viele von ihnen. Sie stecken in Drogen, Gangs und Schiessereien.» Phoenix ist die fünftgrösste Stadt der USA. «Ich habe das Gefühl, dass der schlimmste Feind für die Kids die Zeit ist. Zuviel Zeit. Man hat ausserhalb der Schule nichts zu tun. Also, was macht man dann? Plötzlich sind sie mitten drin in Gewalt, Gangs und Drogen. Wenn man sie in den Sport oder sonst etwas einbinden kann, dann ist das etwas Produktiveres.»
Familie stärken
Familien bezeichnet Alice Cooper als wichtigen Teil der Gesellschaft. «Bei einem besseren Familienzusammenhalt bräuchten sie nicht in eine Gang zu gehen. Wenn ein Kid in eine Gang geht, hat es keine echte Familie. Also sucht es sich eine. Und das ist die Strassengang. Alle diese Kids sind solche ohne Eltern oder mit nur einem Elternteil. Sie suchen sich eine Gang. Und der nächste Schritt ist dann oft das Gefängnis.»
Deshalb müsse man die Familie stärken, um die Jugendlichen von der Strasse runterzuholen. Cooper: «Dann haben wir weniger Kids in den Drogen. Genau das probieren wir, auf eine positive Weise. Wir sammeln viel Geld für diese Kids und kaufen damit Golf-, Basket- oder Football-Ausrüstungen. Sie werden einander auf der Strasse nicht umbringen, wenn sie dort Football oder Basketball spielen können.»
Super, dass du auf diese Seite gelangt bist. Vielleicht hast du ziellos herumgesurft. Vielleicht hast du «gegoogelt». Wer du auch bist, ich ermutige...