Kommentar

Die Konkordanz ist gewährleistet

Angesichts des riesigen Medienrummels in den letzten Wochen haben die Bundesratswahlen nur eine bescheidene Personalrochade gebracht, meint Joel Blunier, Zentralsekretär der Evangelischen Volkspartei (EVP). Doch die Bereinigung stehe noch aus.

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Joel Blunier
Mit der gestrigen Bundesratswahl hat sich nichts Grundlegendes geändert. Alle bisherigen Bundesrätinnen und Bundesräte, die wieder kandidiert haben, sind im Amt bestätigt worden. Für die zurücktretende Micheline Calmy-Rey ist der Freiburger Ständerat Alain Berset in die Landesregierung gewählt worden.

Die EVP will, dass die besten Männer und Frauen in den Bundesrat gewählt werden. Persönlichkeiten, die mit anderen zusammenarbeiten können. Das ist leider nicht immer der Fall. Am gestrigen Wahltag ist dieses Ziel einigermassen erreicht worden. Die EVP wünscht allen Gewählten gutes Gelingen und viel Freude in ihrem Amt. Möge Gott sie lenken und leiten und im Interesse von allen Menschen in der Schweiz zu guten Entscheiden führen.

Die SVP hat einmal mehr das Ende der Konkordanz beschworen und sowohl den Sitz von Simonetta Sommaruga wie von Johann Schneider-Ammann angegriffen – im Wissen, dass sie mit dem Westschweizer Jean-François Rime keine Chance hat. Das Parlament habe sich bewusst für einen Übergang zu einer Koalitionsregierung entschieden, in welcher wie im Ausland wechselnde Machtblöcke die politische Ausrichtung der Regierung bestimmen würden, kritisierte die SVP. Das ist – mit Verlaub – Humbug. Die SVP ist nach wie vor in der Regierung vertreten und hat sich das Problem mit Eveline Widmer-Schlumpf selber eingebrockt. Die Konkordanz ist gewährleistet.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Es ist nicht optimal, dass die grösste Partei der Schweiz nicht mit zwei Sitzen im Bundesrat vertreten ist. Erfolgt dereinst der Rücktritt von Eveline Widmer Schlumpf, wird dies die Gelegenheit sein, die Situation zu bereinigen. Dass Parteien einige Jahre auf ihre rechtmässige Vertretung im Bundesrat warten mussten, kam in der Vergangenheit nicht selten vor.

Webseite:
Evangelische Volkspartei (EVP)

Datum: 16.12.2011
Autor: Joel Blunier
Quelle: Livenet

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