Interview mit Andreas Brönnimann

«Ein Schock war es nicht gerade ...»

Mit der Abwahl von Andreas Brönnimann hat die EDU ihren letzten Sitz im Nationalrat verloren. Wie hat der Betroffene selbst den Sitzverlust erlebt? Wie sieht er seine Zukunft? Wir fragten den alt Nationalrat.

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Andreas Brönnimann
Livenet: Herr Brönnimann, dass Sie nicht mehr in den Nationalrat gewählt wurden, muss für Sie ein Schock gewesen sein. Wie haben Sie diesen verkraftet?
Brönnimann: Ein Schock war es nicht gerade, ich war einfach enttäuscht. Ich war nicht ganz unvorbereitet. Bei den Wahlen 2007 vor vier Jahren schafften wir den Sitz nur knapp mit einem Restmandat und 3,55 Prozent Wähleranteil. Ich hoffte natürlich bei den Wahlen 2011 auf eine Steigerung des Wähleranteiles auf 3,7 Prozent, was einem Vollmandat entsprochen hätte. Leider erreichten wir nur 3,1 Prozent und mein Mandat blieb auf der Strecke. Enttäuscht bin ich natürlich immer noch, gerne hätte ich die nächsten vier Jahre als Nationalrat  in Angriff genommen.

Können Sie eine kurze Bilanz ihrer Tätigkeit im Nationalrat ziehen?
Meine politische Arbeit begann im Herbst 1996 mit der Wahl in den Gemeinderat Belp, wo ich 11 Jahre für das Departement Bildung zuständig war. Weiter arbeitete ich 7 Jahre als Grossrat im kantonalen Parlament. Im Jahre 2009 rutschte ich als Nachfolger für Christian Waber in den Nationalrat nach. Intensiv war die Arbeit in der Finanzkommission, wo ich als Sprecher für Teile des VBS und EDA zuständig war. Meine Vorstösse im Plenum betrafen  Familie, Bildung, Israel, die Gesetzgebung usw.

In den vergangenen zwei Jahren reichte ich über 20 Vorstösse ein. Jeder eingereichte Vorstoss wird im Bundesrat und Verwaltung behandelt und hat, wenn auch keine Mehrheiten gefunden werden, irgendwie Auswirkungen. Jede im Nationalrat eingereichte Frage muss vom zuständigen Bundesrat mündlich im Plenum beantwortet werden. Alle diese Möglichkeiten habe ich genutzt, um meine Anliegen einzubringen. 

Welche Auswirkungen hat die «Abwahl» für Sie persönlich und als Familie?
Das Nationalratsmandat inkl. Finanzkommission beanspruchte ca. 70 Prozent meiner Arbeitszeit. Ich werde nun zusätzliche Freizeit für mich und meine Familie einplanen können. Auch in meinem Geschäft, im Pneuhaus Brönnimann, werde ich wieder vermehrt mitarbeiten. Ich werde meinen Sohn, der seit einigen Jahren die Geschäftsführung übernommen hat, vermehrt unterstützen können.
 
Wie sehen Sie persönlich Ihre politische Zukunft?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Ich brauche etwas Zeit mein zukünftiges politisches Engagement zu überdenken.

Sehen Sie auch beruflich Neuland vor sich?
Nein, ich bin Unternehmer mit einem eigenen Geschäft, da ist immer Arbeit vorhanden.

Wie stellt sich Ihre Partei auf die Tatsache ein, nicht mehr im nationalen Parlament vertreten zu sein?
Es ist natürlich ein grosser Nachteil, wenn wir nun nicht mehr im Eidgenössischen Parlament vertreten sind. Wir planen eine Wochenendretraite mit dem Traktandum: «Wie weiter»?!

Mehr zum Thema:
Parlamentswahlen 2011

Datum: 26.10.2011
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet.ch

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