Der Basler Bischof Felix Gmür hat sich für Sexualkundeunterricht an den Schulen ausgesprochen. Dieser gehöre zu den Aufgaben der Schule, die damit die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstütze und ergänze. Gmür widersprach damit seinem Bischofskollegen Vitus Huonder.
Bischof Felix Gmür
Im Interview mit der Sonntagszeitung vom 11. Dezember 2011 sagte Bischof Felix: «Wichtig ist, dass im Unterricht verschiedene Meinungen einfliessen.» Als Beispiel nannte Gmür unterschiedliche Ansichten über das Verhältnis von Sexualität und Liebe. Während etwa für manche Menschen Sex mit wechselnden Partnern in Ordnung sei, betone die Kirche, dass «Sexualität ein Ausdruck der gegenseitigen Liebe ist». Der Ort dafür sei die Ehe als feste, stabile Beziehung. «Dann ist die Sexualität ganzheitlich in das gemeinsame Leben integriert», so Gmür.
Für eine Abmeldung vom schulischen Sexualkundeunterricht durch die Eltern sieht der Bischof «keinen Grund», «wenn die Schule die verschiedenen Aspekte darlegt, biologische, psychische, emotionale, soziale, auch Aspekte der Macht und des Machtgefälles».
Huonder: Verletzung der Religionsfreiheit
Vor einer Woche hatte der Churer Bischof Vitus Huonder den Sexualkundeunterricht in der Schweiz in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» scharf kritisiert und gefordert, dass Eltern ihr Kind für dieses Fach dispensieren lassen können. Der Sexualkundeunterricht dürfe nur dann in der Schule stattfinden, wenn er dem religiösen Glauben der Eltern als den Erziehungsberechtigten «nicht fundamental» widerspreche.
In der staatlichen Sexualerziehung, wie sie gegenwärtig an den Schulen praktiziert wird, sieht Huonder letztlich eine Verletzung der Gewissens- und Religionsfreiheit. Dies geht aus seinem Dokument «Sexualerziehung staatlich verordnet» hervor, das er als «Wort zum Tag der Menschenrechte» vom 10. Dezember veröffentlicht hat.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...