Journalist vom Tagesspiegel

«Ich bin Christ, und das ist gut so»

Mit diesem Titel veröffentlichte der Berliner Tagesspiegel eine Kolumne von Friedhart Teuffel, Ressortleiter Sport. Er wundert sich, dass man sich heute schämt, bei einer Kirche mitzumachen.

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Friedhart Teuffel
Friedhart Teuffel begründet seinen «Rant», wie er den Zwischenruf nennt, so: «Kürzlich erzählte mir jemand, dass sein Sportverein jetzt mit einer Kirchengemeinde zusammenarbeite. Ganz eilig schob er hinterher: 'Aber nur für diese eine Aktion. Hat auch nix mit Religion zu tun. Und manche von denen sind ganz in Ordnung.'» Ein anderes Mal sprach jemand über einen Pfarrer: «Der ist vernünftig, hat mich echt überrascht.»

Nicht normal

Teuffel wundert sich über die Berliner: «Ich habe den Eindruck, dass hier jedem Fetisch mehr Toleranz entgegengebracht wird als dem christlichen Glauben. Trotz allen Gründen, weshalb sich die Kirche heute gegen Angriffe verteidigen muss, und trotz den verschiedensten Angriffen gegen Kirche und Glaube, angefangen bei den Kreuzzügen, findet er dieses Phänomen nicht normal.

Dieser Furor ...

Dass er das berühmte Zitat des ehemaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit («ich bin schwul, und das ist gut so») auf die Situation der Christen in Berlin bezieht, hat seine Gründe. Es scheint heute in der deutschen Hauptstadt heikler zu sein, sich als Christ zu bekennen denn als Homosexueller. Teuffel dazu: «Ich wundere mich als Christ immer wieder über die Bestimmtheit, den Furor beim Abkanzeln des christlichen Glaubens. Bisher ist mir das vor allem in Berlin begegnet, also gerade in der Stadt, die ich sonst wegen vieler menschlicher Eigenheiten so mag.»

Auch der Fussballclub darf Fehler machen

Der Ressortchef Sport zieht einen Vergleich zu den Fussballfans. Auch wenn ein Spieler seines Vereins einen andern foult und schwer verletzt, bleibt er Fan. Ähnlich muss sich auch der Christ nicht für alle Fehler in der Kirchengeschichte verantwortlich fühlen. Und er darf auch mal an seinem Glauben zweifeln und das zugeben.

Zweifel dürfen sein – der Glaube ist grösser

Und auch wenn gegen christliche Lehren wie die Jungfrauengeburt gespottet wird, braucht man daran nicht irre zu werden, so Friedhart Teuffel. Und es brauche nicht zu allem eine Antwort. Denn: «Es heisst ja Glauben. Und nicht Wissen ... Zweifeln gehört für mich dazu. Dass mein Glaube grösser ist als die Zweifel, kann man mir guten Gewissens lassen.»

Notabene: Auf positive Resonanz stösst ein Aufkleber mit den Worten «Hallo, ich bin Christ und das ist gut so!», den das katholische Christoferuswerk in Münster verbreitet. Die Organisation griff damit ebenfalls die Aussage von Klaus Wowereit auf. Das Werk begründet den Aufkleber so: «Wir wollen aufzeigen, dass wir etwas ganz anderes gut finden.» Wer den Aufkleber trage, könne «auf flapsige, moderne Art» seinen christlichen Glauben bekennen.

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Datum: 02.11.2016
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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