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Fussballprofi

Ein Traum wird wahr

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Beatrice und Dennis Onyewenjo
Dennis Onyewenjo spielte bei Fortuna Düsseldorf, Fortuna Köln und in Neuseeland, Portugal und Österreich. Hier erzählt er seine bewegende Geschichte.

«Mein Kindheitswunsch sollte sich tatsächlich erfüllen: mein erster Einsatz in der 1. Bundesliga für meinen damaligen Verein Fortuna Düsseldorf. Rückblickend muss ich feststellen, dass da eine unsichtbare Hand – Gottes Hand – nachgeholfen haben muss. Zwar durchlief ich diverse Jugendmannschaften des Bundesligavereins SV Werder Bremen, aber ich wurde dort sicherlich nicht als ein so großes Talent gehandelt, um eines Tages einen Profivertrag zu erhalten.

Einige Jahre später jedoch, in Düsseldorf, platzte der Traum, ein Fussballprofi zu werden, trotz der Einsätze in der Bundesliga ziemlich schnell, denn viel zu rasch klopfte der Hochmut (auf den bekanntlich der Fall folgt) an die Tür meines Herzens. «Die Welt wartet auf mich», dachte ich mir und jagte los. Meine erste Massnahme war der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit meiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Beatrice. Ihre Gegenwart in meinem Leben hatte bis dahin einen grossen Anteil daran, dass es für mich überhaupt zu einem Leben als Profi fußballer gekommen war.

Drei Tage vor dem Beginn eines Trainingslagers zur Vorbereitung auf die neue Saison bezog ich meine neue Wohnung und dann passierte es: Eine Schrankwand glitt mir aus den Händen und krachte auf meinen linken Fuss - gerade der Fuss, mit dem ich vornehmlich spiele!

Verweigerter Discoeintritt

Im Trainingslager war ich zwar anwesend, aber die so wichtigen Trainingseinheiten, die ja die körperliche Grundlage für die neue Saison schaffen sollten, fanden ohne mich statt. Ich verpasste so den Einstieg in die Mannschaft und mein Trainer wunderte sich über die Ursache und Tatsache meiner Verletzung.

Ein Interview mit einer großen Tageszeitung brachte das Fass zum Überlaufen. Ich wurde gefragt, ob ich aufgrund meiner dunklen Hautfarbe schon mal irgendwelche Probleme hatte. So kam ich auf die Idee, mich nun für einen verweigerten Discoeintritt einige Wochen zuvor revanchieren zu können, und beantwortete die Frage entsprechend.

Die Schlagzeile am nächsten Morgen in der Zeitung: «Wegen Rassismus aus Disco geflogen!» Die Tatsache, aus der Disco rausgeschmissen worden zu sein, hatte aber wohl eher mit meinem alkoholisierten Zustand zu tun. Für mich war aber damals die Hauptsache, irgendwie von mir reden zu machen! Das rief den Stadtdirektor sowie Ausländer- und Kulturbeauftragte auf den Plan. Eine multikulturelle Stadt wie Düsseldorf sollte ausländerfeindlich sein? Dagegen musste etwas unternommen werden. Eine ganze Woche dauerte diese Geschichte und sie schlug mächtig Wellen. Am Ende ‘versöhnte‘ mich der Besitzer der Diskothek mit einem Blumenstrauss plus Entschuldigung sowie einer VIP-Eintrittskarte für kommende Besuche. Zusätzlich schenkte er mir noch 20 weitere Karten für die gesamte Mannschaft.

Ich fand Ihn

Mein damaliger Trainer jagte mich dann aber in die «Wüste». Ich spürte sofort, dass etwas falsch gelaufen war und ich dringend Hilfe brauchte. Sportlich rutschte ich bis in die Regionalliga ab. Doch dort, bei Alemannia Aachen, hörte ich durch meinen Mannschaftskollegen Andreas Bluhm von Gott und seinem Sohn Jesus Christus.

Ich machte mich auf die Suche Gott kennen zu lernen und der Bibelvers aus Jeremia 29,13-14: «Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen», sollte sich erfüllen.

Ich fand IHN und seitdem hat sich mein Leben, nun als gläubiger Christ, mächtig verändert. Allerdings ging es noch einige Zeit durch eine sportliche Wüste, die Gott dazu benutzte, mir das abzugewöhnen, was mich zu Fall gebracht hatte: meinen Hochmut. Der sportliche Fall ging bis in die Landesliga. Profifussballer? Das war einmal! Doch es sollte mir zum Guten dienen. Mein Stolz wurde gebrochen. Es war wirklich eine harte Zeit für mich. Auf Gottes Korrektur an mir folgte auch seine Gnade und so brachte er mich Stück für Stück wieder dorthin zurück, wo er mich einst abgeholt hatte. Über die 6. Liga zurück in die 2. Bundesliga, über eine Saison in der australischen Profiliga, nach Österreich in die 1.Bundesliga bis hin zur 1. Liga in Portugal.

Die unsichtbare Hand

Erstaunlich ist die Tatsache, dass ich seit meinem Christsein immer wieder von grossen Verletzungen zurückgeworfen wurde. Ich fiel beinahe in jeder Saison mehr als sechs Monate aus und konnte dadurch kaum Spiele bestreiten.

Trotzdem ging es immer weiter bergauf. Die unsichtbare Hand Gottes hilft wieder nach. Für mich erfüllt sich, was Jesus zu Maria in Johannes 11, 40 sagte, bevor er ihren Bruder Lazarus von den Toten auferweckte: «Habe ich dir nicht gesagt: wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen!»

Dennis leitet heute Fussballcamps zusammen mit Wynton Rufer und ist nebenbei noch Sänger! Er hat auch einen nigerianischen Pass.

Steckbrief:

Familie: Verheiratet
Geboren: 24.12.1974 in Hamburg
Nationalität: Deutsch
Position: Sturm
Clubs: Werder Bremen (Jgd.), Fortuna Düsseldorf (Bundesligaeinsätze), Alemannia Aachen (Regionalliga), Fortuna Köln (2. Bundesliga), Auckland Kingz (Neuseeland - Teilnehmer in der Australischen Profiliga), Admira Wacker Mödling (1. Bundesliga Österreich), Estrela Amadora (2. Liga Portugal), Estrela Amadora (1. Liga Portugal)
Erfolge: Aufstieg mit Alemannia Aachen in die 2. Bundesliga
Aufstieg mit Estrela Amadora (Portugal) in die 1. Liga.

Datum: 27.06.2006
Quelle: footballchurch.com

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