Portrait

Vom Hilfsarbeiter zum Professor

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Arthur Rich setzte sich für Arbeiter ein
Er hat als Hilfsarbeiter begonnen und starb als gefeierter Professor mit einem Nachlass, der nachfolgende Generationen prägte: Arthur Rich, der heute (21. Januar 2010) 100 Jahre alt geworden wäre.

Arthur Rich wurde in Neuhausen SH geboren. Er begann als Hilfsarbeiter, absolvierte dann eine Lehre als Mechaniker und machte dann die Matura auf dem zweiten Bildungsweg. Dann begann er sein Theologiestudium.

Nachdem er von 1938 bis 1947 - also vor allem während dem Zweiten Weltkrieg - Pfarrer in der kleinen Schaffhauser Gemeinde Hemmental war, machte er seinen Doktortitel und leitete dann das Lehrerseminar Schaffhausen. Bereits 1952 wurde er dann Professor an der Universität Zürich für Systematische und praktische Theologie. Hier gründete er 1964 auch das renommierte Institut für Sozialethik, das er bis zu seiner Emeritierung (Pensionierung) leitete.

Gerechtigkeit für die Arbeitenden

Arthur Rich hat sich grundlegende Gedanken über das Verhältnis von Kapital und Arbeit gemacht, die heute von höchster Aktualität sind, und die er in einer zweibändigen Wirtschaftsethik niedergelegt hat. Er hat die bestehenden Wirtschaftssysteme analysiert und sich für eine soziale Marktwirtschaft eingesetzt. Er setzte sich insbesondere für die Mitsprache der Arbeitnehmenden in ihren Betrieben ein. Dabei legte er Wert auf viel Sachkompetenz im Dialog mit der Wirtschaft. Er schrieb dazu: „Was nicht sachgemäss ist, kann auch nicht im umfassenden Sinn des Wortes menschendienlich sein."

Rich war sich bewusst, dass es auf dieser Welt nur eine vorläufige Gerechtigkeit geben konnte. Er unterschied die „menschliche Gerechtigkeit" von der göttlichen. Für diese menschliche Gerechtigkeit aber setzte er sich ein, insbesondere für ethische Massstäbe in den Unternehmen und für bessere Sozialstrukturen in der Gesellschaft.

Handeln gegen die Ungerechtigkeit

Auch in seiner Zeit als Pfarrer in Hemmental konnte er der Ungerechtigkeit nicht einfach zusehen. Das Schicksal der Vertriebenen und Flüchtlinge ging ihm nahe, und er setzte sich für ihre Aufnahme und Betreuung in der Schweiz ein.

Arthur Rich prägte eine neue Generation von Wirtschafts- und Sozialethikern wie zum Beispiel Hans Ruh oder Christoph Stückelberger, die beide ebenfalls aus dem Kanton Schaffhausen kommen.

Am Freitag, 22. Januar findet zu Ehren von Arthur Rich an der Theologischen Fakultät Zürich das Symposium „Theologische Wirtschaftsethik. Stand, Aufgaben und Perspektiven" statt.

Auf das Jubiläum hin ist eine Biografie über Arthur Rich erschienen: Walter Wolf: „Für eine sozial verantwortbare Marktwirtschaft - Der Wirtschaftsethiker Arthur Rich". Verlag TVZ

Weitere Informationen:www.ref-sh.ch

Datum: 21.01.2010

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