Warum ein Ungläubiger für die Einhaltung der 10 Gebote ist

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Reginald Rudorf, Chefredakteur des Medienfachdienstes "rundy"
In den Zirkeln des Zeitgeistes ist man ja gern so unendlich liberal und liederlich. Man ist Single und happy. Mittlerweile hat sich eine ganze Medienindustrie dieser Libertinage verschrieben. Und sich dabei offensichtlich einer Gleichstellung von Freiheit mit Liederlichkeit hingegeben.

Statt als bleicher Eheknochen das Haus mit den Kindern zu hüten, ist es en vogue, auf der Love Parade mitzutun. Eine Frau machte kürzlich ihre Love Parade privatisissime mit einem Freund solange bis ihre beiden Kinder, alleingelassen zu Hause, verdurstet waren. Tot. Sie erhielt lebenslänglich. Aber die unendliche Geschichte der Love Parades und Spasstreffen aller Art geht allemal nicht nur weiter, sondern hat immer Vorfahrt vor dem Ehe-Joch. Es sind sicher nicht die Liebesparaden, die es hier zu kritisieren gilt. Es ist jene modisch daherkommende Meinungsindustrie der veröffentlichten Halbmoral, die diesen Vergnügungen Vorfahrt vor Werten einräumt, die Menschen in ihren Familien zusammenhalten.

Wenn du die Ehe nicht brichst

Es ist heute schick, schwul zu sein. Es ist heute schick, Single zu sein. Es ist heute vertrottelt, seine Ehefrau nicht zu betrügen - und umgekehrt. Eine ganze Branche von semi-intellektuellen Ideologen ist wie verabredet damit beschäftigt, bürgerliche Einrichtungen von der Liebe bis zur Ehe, von der Kindererziehung bis zur Treue, von der Leistung bis zur Pflichterfüllung zu demoralisieren und durch die zweifelhaften Idole einer Gegenwelt zu ersetzen. Dorthin gelangt man mit Ritualen und Drogen, deren demoralisierende und gesundheitszerstörende Wirkung bagatellisiert oder sogar vorgeblich therapiert wird, obwohl die Erfahrungen etwa in den Niederlanden ergeben haben, dass mit Fixerstuben nichts bewirkt wurde. Bemerkenswert: Unter den drogensüchtigen Jugendlichen kommen weit mehr als zwei Drittel aus geschiedenen Ehen. Der Ehebruch zerstört am Ende mit der Scheidung nicht zuletzt die kindliche Idylle der familiären Geborgenheit. Kinder geschiedener Eltern sind fürs Leben gezeichnet.

Der Liederlichkeit – vor allem der ideologisch organisierten – ist die Ehe im Wege. Aber auch den totalitären Staaten war die Ehe suspekt. Sowohl der SS- wie auch der Stasi-Staat stülpten die Partei über die Ehe - und versuchten den Eltern mit HJ oder FDJ die Kinder wegzunehmen. Der grösste und stabilste Feind der Liederlichkeit ist seit Menschengedenken die Familie und deren Fundament: die Ehe - und damit die Kirche, weil sie die philosophische und ethische Geschäftsgrundlage der Familie bildet.

Das homerische Gelächter

Die Kirche hat immer erkannt, dass alles zusammenbricht, der Glauben, die Moral, die Erziehung, das Gesetz - alles, wenn die Familie zerbricht. Und die Keimzelle der Familie ist die Ehe. Und deswegen ist es in den 10 Geboten glasklar formuliert: Du sollst nicht ehebrechen. Das homerische Gelächter, in welches die Lustproduzenten ob dieses Gebots ausbrechen, zeigt nur an, wie sie dieses Gebot in die Mitte ihres zerstörerischen Tuns trifft. Mit denen zu streiten, ist sinnlos. Wer mit ideologischen Irrationalismen aufgeladen ist, ist nicht fähig, zu diskutieren. Aber umgekehrt werden die Derwische der Libertinage wahnsinnig, wenn du z.B. deine Ehe nicht brichst. Gegen das Subversive in der Gesellschaftszerstörung half eines immer: Die Einhaltung der 10 Gebote - so die feste Ansicht eines Nichtgläubigen, Konfessionslosen.

Autor: Reginald Rudorf

Datum: 24.10.2002
Quelle: idea Deutschland

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