Mehrheit findet: Beim Ursprung des Lebens hat Gott die Hand im Spiel

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Berneck. Eine grosse Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt: Für die Mehrheit der Menschen hat der Ursprung des Lebens einen Bezug zu Gott. 20 Prozent halten sich an die Erklärung der Bibel.

Wer Wissenschaftsmagazine studiert und Biologievorlesungen besucht, stellt rasch fest, dass nur eine Ursprungstheorie gelehrt wird – die Evolution. Ist sie die einzig mögliche Erklärung, so beweisbar wie ein Naturgesetz? Wie denkt der Durchschnitt der Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz über die Ursprungsfrage? Bislang fehlten repräsentative Daten. Jetzt liegen sie in Form einer Studie vor, die vom Verein ProGenesis (CH-Zürich) und dem Magazin “factum” (CH-Berneck) in Auftrag gegeben wurde.

Das Meinungsforschungsinstitut IHA-Gfk (CH-Hergiswil) befragte dazu je 500 Frauen und Männer im Alter von 15 bis 74 Jahren in allen drei Ländern. Das Ergebnis der 1500 Interviews zeigt ein anderes Bild, als es die Massenmedien und die Wissenschaft vorgeben. Der Ursprung des Lebens wird von der Mehrheit nicht rein materialistisch-evolutionistisch erklärt. Über 41 Prozent der Deutschen, Österreicher und Schweizer sagen nämlich, dass beim Ursprung des Lebens Gott die Hand im Spiel hatte. Sie gehen von einem Schöpfungsakt Gottes aus. An die Entstehung des Lebens durch Evolution ohne göttliches Eingreifen glauben 40 Prozent. Knapp 19 Prozent sind unentschlossen oder haben eine andere Meinung. Dabei zeigen sich länder- und geschlechterspezifisch auffällige Unterschiede.

Männer und Frauen denken in der Ursprungsfrage nicht gleich

Dass Gott die Hand im Spiel hatte, davon gehen in Deutschland 38 Prozent aus, in Österreich sind es 42 und in der Schweiz 43 Prozent. Entsprechend vertrauen in Deutschland 46 Prozent der Evolution, in Österreich aber nur 41 Prozent und in der Schweiz gerade mal ein gutes Drittel, nämlich 33 Prozent.

Auffallend: Männer und Frauen denken in der Ursprungsfrage nicht gleich. Von den 41 Prozent, die davon ausgehen, dass beim Ursprung des Universums und des Lebens Gott die Hand im Spiel hatte, sind 61 Prozent Frauen und nur 39 Prozent Männer.

Beim Personenkreis, der mit göttlichem Wirken rechnet, wurde differenziert: Wie viele Menschen vertrauen dem biblischen Schöpfungsbericht und wie viele glauben an ein göttliches Anstossen und Begleiten eines Evolutionsprozesses? Die Schweizer sind am bibeltreuesten: 22 Prozent vertrauen dem Schöpfungsbericht. In Österreich sind es 20 Prozent und in Deutschland noch 18 Prozent. An die theistische Evolution – einem Kompromiss zwischen Bibel und Darwin – halten sich 22 Prozent der Österreicher, 21 Prozent der Schweizer und 20 Prozent der Deutschen.

Auch hier ist der Geschlechterunterschied augenfällig. Von den Schöpfungsgläubigen in der Schweiz sind 17 Prozent männlich und 26 Prozent weiblich. In Österreich ist es ähnlich: 15 Prozent Männer zu 26 Prozent Frauen. Und die deutsche Situation lässt erkennen, dass es im Lande Schröder mehr als doppelt so viele bibeltreue Frauen wie Männer gibt, denn 24 Prozent derjenigen, die Genesis 1 für die richtige Ursprungserklärung nehmen, sind Frauen, und nur 11 Prozent davon sind Männer.

Gerade umgekehrt ist das Bild bei den Anhängern der Evolution: In Deutschland gehen 46 Prozent von einer Evolution ohne Gottes Eingreifen aus, in Österreich 41 Prozent. Mit 33 Prozent weist die Schweiz die deutlich geringste Zahl an Evolutionsvertretern auf.

Interessant ist wiederum die Aufteilung zwischen Männern und Frauen. In Deutschland beträgt die Zahl der männlichen Evolutionsanhänger 58 Prozent, diejenige der Frauen aber nur 35 Prozent. In Österreich ist das Bild ähnlich: Von den Evolutionsbefürwortern sind 50 Prozent Männer und 33 Prozent Frauen und in der Schweiz ist das Verhältnis 38 Prozent Männer zu 28 Prozent Frauen.

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Schulen begünstigen Akzeptanz der Evolutionstheorie

Mit der Zahl der Schuljahre wächst die Akzeptanz der Evolution. In der Schweiz vertrauen 10 Prozent der Befragten mit Hochschulabschluss dem biblischen Schöpfungsbericht, hingegen 46 Prozent der Evolutionstheorie. In Österreich ist das Verhältnis 11 zu 50 und in Deutschland 21 zu 59 Prozent.

Einen weiteren Unterschied macht die Altersstruktur aus. In der Schweiz sagen 45 Prozent der über 50-Jährigen, dass Gott die Hand im Spiel hatte, und nur 27 Prozent rechnen mit der Evolution. Auffallend hoch ist hier die Zahl derjenigen ohne oder mit einer anderen Meinung, nämlich 28 Prozent. In Deutschland ist das Verhältnis ebenfalls pro Gott, und zwar mit 44 Prozent zu 38 Prozent. Auch bei den älteren Österreicherinnen und Österreichern überwiegt die Überzeugung klar, dass beim Ursprung des Universums, der Erde und des Lebens Gott wirkte, nämlich mit 47 zu 32 Prozent.

Je jünger die Menschen sind, desto höher ist das Vertrauen in die Evolution. In der Schweiz sind es bei den 30-bis 49-Jährigen zum Beispiel 43 Prozent, die mit Gott rechnen, und 36 Prozent, die von Evolution ausgehen. Bei den 15- bis 29-Jährigen schrumpft das Verhältnis auf 40 zu 37 Prozent.

Das Ergebnis der Umfrage nach der Entstehung des Universums, der Erde und des Lebens ist bemerkenswert. Es zeigt, dass die Evolution sich zwar breit, aber keineswegs umfassend durchsetzte. Anders, als es Fachkreise und Medien vermitteln, rechnet die Mehrheit der Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Wirken eines Schöpfers. In der Schweiz ist die Meinungslage am deutlichsten: 43 Prozent pro Schöpfung (biblischer Schöpfungsbericht und theistische Evolution) gegenüber 33 Prozent pro Evolution (ohne Gottes Wirken).

Die Meinungen spalten die Gesellschaft in drei Segmente. Zum einen in diejenigen, die von Gottes Eingreifen ausgehen, und zum anderen in einen fast gleich grossen Anteil solcher, die sich den Ursprung des Lebens auf materialistische Weise via Evolution vorstellen. Ein drittes, halb so grosses Segment bilden Menschen, die sich noch keine Meinung gebildet haben oder eine andere Ansicht vertreten.

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Festzuhalten ist zudem, dass sich 20 Prozent der Bevölkerung der drei Länder bei der Ursprungsfrage an die Antworten der Bibel hält. In der Schweiz stehen knapp 22 Prozent mit kreationistischer Überzeugung den 33 Prozent Evolutionsanhängern gegenüber.

Das Zünglein an der Waage bildet jene Gruppe, die Schöpfungsakt und Evolution verbindet. Rechnet man sie zu den Evolutionsanhängern, dann machen diese in allen drei Ländern zusammen nicht mehr 40, sondern insgesamt 61 Prozent aus gegenüber 20 Prozent an Schöpfungsgläubigen. Rechnet man sie – zu Recht – zu den Schöpfungsvertretern, da sie nicht an eine materialistische Evolution glauben, dann sind es 41 Prozent, die sagen, dass bei der Entstehung des Universums, der Erde und des Lebens Gott die Hand im Spiel hatte.

KOMMENTAR
Rolf Höneisen

„Evolutionstheorie ist bei weitem nicht das einzige geglaubte Modell“

Endlich ist sie da, die repräsentative Meinungsumfrage zum Thema “Evolution oder Schöpfung”. Sie zeigt auf, was auch an Schulen und Unis laut gesagt werden sollte: Die Evolutionstheorie ist bei weitem nicht das einzige geglaubte Modell in Bezug auf den Ursprung des Universums, der Erde und des Lebens.

“Gott hat die Hand im Spiel”, sagen 41 Prozent aller Menschen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. In diesen Ländern leben knapp 98 Millionen Menschen.

Das ist zwar kein Ergebnis wie in den USA. Doch es ist ein Signal an die elitäre Wissenschaft, vorsichtiger zu argumentieren und Menschen mit Schöpfungsvorstellungen nicht als “unwissend” und “ungebildet” von der Diskussion auszuschliessen.

40 Millionen Menschen wollen ernst genommen werden. Darunter auch jene 20 Prozent oder 20 Millionen, die dem biblischen Bericht über den Ursprung des Lebens vertrauen. Auch das Schöpfungsmodell gehört in die Reihe der zu überprüfenden Ansätze.

Quellen: Verein ProGenesis/Magazin “factum”

Datum: 19.04.2003
Autor: Rolf Höneisen

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