Gordon Brown will Weltwirtschaftsregierung

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Gordon Brown
Die Krise zwingt die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zur Zusammenarbeit. Zuvor waren es die G8, die regelmässig über die Weltwirtschaft bestimmten. Nun fordert der britische Premier Brown, die Treffen im grossen Rahmen beizubehalten.

Der britische Premierminister Gordon Brown will die G20 damit langfristig zu einer Weltwirtschaftsregierung formen. Das berichtet die Zeitung "Die Welt". Die Gruppierung der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer solle sich regelmässig treffen, um Wachstumsstrategien zu beraten. Ziel sei ein besseres System für Frühwarnung und Krisenbewältigung. «Die G20 haben die Welt gemeinsam vor dem Kollaps des Finanzsystems gerettet», sagte Brown der Zeitung. «Das ist eine grosse Chance, langfristig zusammenzuarbeiten.»

Für die deutsche Bundesregierung bleiben Massnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte und zur Reform der Finanzmarktarchitektur das zentrale Thema beim G-20-Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Pittsburgh. Die Errichtung einer Weltwirtschaftsregierung wie vom britischen Premierminister Gordon Brown vorgeschlagen wie auch Massnahmen zur Beseitigung von globalen Ungleichgewichten im Welthandel stehen aus Sicht der Bundesregierung nicht im Fokus.

"Langfristiges Projekt"

Bei dem Vorschlag des britischen Premierministers Gordon Brown für die Einrichtung einer Weltwirtschaftsregierung "handelt es sich nach unserer Auffassung um ein sehr langfristiges Projekt, sagte der Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Auch wenn "von Einzelnen" bereits darüber gesprochen werde, sei in Pittsburgh "die eigentliche Themenstellung eindeutig die Umsetzung der Finanzmarktregulierung", betonte Wilhelm.

Der Chefökonom für Deutschland bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, Dirk Schumacher, hält den Vorschlag Browns für schwierig. Schumacher sagte gegenüber dem "Handelsblatt": "Mir ist nicht klar, wie eine solche Weltwirtschaftsregierung aussehen könnte oder praktikabel wäre." Gleichwohl wäre seiner Ansicht nach eine bessere Koordination, besonders in Zeiten der Krise, "sicherlich wünschenswert". Er fügte allerdings hinzu: "Aber wie die vergangenen zwei Jahre gezeigt haben, ist eine solche Koordination schon in Europa nicht ganz einfach."

Unterstützung für Brown kommt vom Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Gustav Horn. "Der Vorschlag von Brown geht in die richtige Richtung", meint Horn. "Nach der Globalisierung der Märkte brauchen wir eine Globalisierung der Wirtschaftspolitik." Die G-20 könnten hierbei eine massgebliche Rolle spielen.

Quellen: Firmenpresse/Livenet/Handelsblatt/Die Welt
Datum: 25.09.2009

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