Eröffnung der Olympischen Spiele mit Nebengeräuschen

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Landesbischöfin Margot Käßmann mit den Armbändern für die Menschenrechte. (Foto: Jens Schulze)
Heute, am 08.08.08 um 08:08 Uhr abends, beginnen in Peking die Olympischen Sommerspiele. Kurz vor Beginn des riesigen Sportevents hat die hannoversche Landeskirche mehr als 224‘000 Protest-Armbänder gegen Verletzungen der Menschenrechte in China versandt.

In den vergangenen Tagen seien sogar Bestellungen aus Frankreich, Italien, Schweden, Polen und Indien eingegangen, teilte die evangelische Landeskirche am Mittwoch mit. Eines der schwarzen Silikon-Armbänder ging an den Schwimmer und Olympia-Teilnehmer Lars Conrad (32) aus Hannover, der 2004 in Athen Silber in der 4x100 Meter-Lagen-Staffel gewann.

Armbänder mit Bibelvers

Der evangelische Olympiapfarrer Thomas Weber hat insgesamt 200 Armbänder im Gepäck. «Ich werde die Sportler, mit denen ich ins Gespräch komme, darauf ansprechen», berichtete er am Mittwoch dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen in einem Telefon-Interview aus Peking. In bestimmten Zonen sei es jedoch verboten, solche Bänder zu tragen. Die Armbänder sind mit dem Bibelvers «...dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen» bedruckt.

Erlös an Amnesty International

Auch die Sportler-Initiative «netzathleten.de» hat ein Armband für die Menschenrechte herausgebracht. Das blau-grüne Band mit dem Aufdruck «Sports for Human Rights» wurde bisher

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Lars Conrad
rund 100‘000-mal gegen eine Gebühr von einem Euro versandt, sagte Mitbegründer Florian Calmbach dem epd. Der Erlös geht nach Abzug eines Kostenanteils an Amnesty International.

Ohne Maulkorb

Unterstützt wird diese Aktion von Olympia-Teilnehmern wie der vierfachen Goldmedaillen-Gewinnerin im Rudern, Kathrin Boron, der Judo-Olympiasiegerin Yvonne Bönisch, dem Hockey-Nationalspieler Tibor Weissenborn und dem Kanuten und Bronzemedaillen-Gewinner Stefan Pfannmöller. «Ich bin eine mündige Athletin und lasse mir keinen Maulkorb verpassen», sagte Boron.

Die Athleten in Peking dürfen die Bänder allerdings nicht an den Wettkampfstätten oder im Olympischen Dorf tragen. Hier sind sowohl politische Demonstrationen als auch Banner, Poster oder Bändchen untersagt. Dagegen gilt das «Deutsche Haus», in dem ARD und ZDF ihre Studios einrichten, nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes nicht als «olympische Stätte». Bei den täglichen Pressekonferenzen könnten die Athleten hier ihre eigene Meinung äussern.

Nicht blenden lassen

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Olympiapfarrer Thomas Weber
Die schwarzen Bänder der Kirche, die gegen eine Spende versandt werden, sollten ursprünglich nur in einer Auflage von 2000 Stück verschenkt werden. Die Aktion stiess aber auch bei Schulklassen, Sportvereinen oder Kirchengemeinden auf grosse Resonanz. Inzwischen wurden mehr als 30‘000 Euro für die Menschenrechtsorganisation «Asian Human Rights Commission» in China gespendet. «Wir freuen uns über das Sportereignis, aber wir werden uns nicht von Glitzerfassaden blenden lassen», sagte die hannoversche Bischöfin Margot Kässmann.

Webseiten:
www.beijing2008.com
www.evlka.de
www.netzathleten.de

Datum: 08.08.2008
Quelle: Livenet / epd

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