Kommentar

Offene Augen fürs Klima

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Anders als auf diesem Schild sollten sich Christen durch eigenständiges Denken auszeichnen.
Hungersnöte, Erdbeben, Überschwemmungen, Klimaveränderung - als Christ ist man geneigt, wieder einmal in die Endzeitreden von Jesus zu schauen, ins berühmte Kapitel 24 des Matthäus-Evangeliums. Irgendwie sollte sich doch auch das ganze Dilemma darin festmachen lassen. Lässt sie sich auch, und zwar gleich am ersten Satz: «Schaut zu, dass euch niemand verführt.»

Die Endzeit steht bei vielen hoch im Kurs; meines Erachtens aber vor allem in der Perspektive des Zuschauers, der aus den Ereignissen eine Bestätigung für seinen heilsgeschichtlichen Fahrplan ablesen möchte. Ich denke, es ginge um etwas anderes als Bestätigung: um Orientierung und Mahnung zu einem wachen Geist.

Gerade die Christen eigenständig denken und bereit sein, verschiedene Aspekte der Wirklichkeit wahrzunehmen. Denn «wer die Augen verschliesst, denkt verkehrt»; Sprüche, Kapitel 16, Vers 30 (Schlachter-Übersetzung). Es ist wenig geholfen, wenn kritisches Denken als Kopflastigkeit und seine Zwischenergebnisse als Verschwörungstheorien abgetan werden.

Solche Reflexe sagen mehr über die Bequemlichkeit dessen aus, der sie zulässt, als über die Seriosität des andern. Und: Wäre dann nicht auch Jesus ein Verschwörungstheoriker? Immerhin stupft er einen ja auf die Möglichkeit hintergründiger Zusammenhänge.

Die Klimadiskussion weist zu viele Ungereimtheiten auf als dass man sich vorschnell mit der einen, der gängigen These abfinden dürfte. Ebenso falsch wäre es allerdings, nur den Zeige- und Mahnfinger zu erheben und damit die ökologische Angst nur durch eine endzeitliche zu ersetzen. Den guten Bogen über diese bestehende Welt spannt immer noch der Segen gegenüber Noah, dass «Sommer und Winter, Saat und Ernte» nicht aufhören werden, solange die Erde besteht. Bedingungen der Ernte mögen sich ändern, nicht aber diese Verheissung aus 1. Mose, Kapitel 8, Vers 22.

Ähnlich bergend ist das Wort aus der diesjährigen Jahreslosung: «Euer Herz erschrecke nicht»; Johannes 14,1. Gerade weil das Herz nicht erschrecken muss, sind Augen und Verstand frei zur Wahrnehmung, auch zur Wahrnehmung von Kritikwürdigem. Was genau man dann mit offenen Augen wahrnimmt und wie man das gewichtet, ist und bleibt Diskussionssache.

Artikel zum Thema: Klimakiller Kohlendioxid?

Datum: 06.02.2010

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