Irak

Mörderischer Terror – erste Protestdemo

Zoom
Über 500 Christen demonstrierten in Bagdad gegen die Gewalt an Christen.
Es kostete Mut: Am 28. Februar 2010 demonstrierten in Bagdad erstmals über 500 Christen verschiedener Konfessionen öffentlich gegen die anhaltenden Morde und den anti-christlichen Terror in Mossul im Norden des Landes.

Die Demonstranten forderten die irakische Regierung auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und für die Sicherheit der Christen im Irak zu sorgen. Falls die irakische Regierung dazu nicht in der Lage sei, müsse die internationale Gemeinschaft diese Aufgabe übernehmen. Auslöser für die Kundgebung waren der anti-christliche Terror und die anhaltenden Morde in Mossul.

Schutzlos

Vor den Parlamentswahlen im Irak hat die Gewalt gegen Christen massiv zugenommen. Die Behörden der Stadt Mossul scheinen unfähig, die Sicherheit der Christen zu gewährleisten. Sie raten ihnen zu fliehen, solange sie dies noch können. Laut der Organisation «Open Doors» wurden innerhalb von zehn Tagen mindestens 15 Christen umgebracht, und über fünfzig christliche Familien sind bereits aus Mosul geflohen.

Am 23. Februar wurden der Vater und zwei Brüder eines assyrischen Priesters zu Hause umgebracht. Am selben Tag wurde eine fünfköpfige christliche Familie massakriert. Die Angreifer schleppten danach zwei Leichen auf die Strasse, um die Christen im Quartier einzuschüchtern. Laut der Organisation wurde wahrscheinlich am selben Tag eine weitere christliche Familie ermordet.

In der vorigen Woche fielen ebenfalls mehrere Christen gezielten Angriffen zum Opfer. Rayan Salam wurde vor seinem Gemüsestand umgebracht. Zwei Studenten, Zaya Toma (21) und Ramsen Shamael (22), wurden, nachdem andere Studenten sie als Christen identifiziert hatten, von Extremisten getötet. Ein anderer Christ wurde bei einem Angriff auf sein Geschäft verletzt; einer seiner Kunden kam ums Leben. Bereits 2008 hatte eine Welle von Gewalttaten in Mosul 40 Christen das Leben gekostet. 10'000 Christen flohen danach in die Flüchtlingslager in Kurdistan.

Exil-Iraker ängsten sich

Angesichts der zunehmenden Gewalt haben Exil-Iraker Angst um ihre Angehörigen und Freunde. Eine in der Schweiz lebende Christin aus dem Irak schrieb an die Organisation «Christian Solidarity International»: «Ein Freund von mir lebt in Mossul. Wenn ich von diesen Verfolgungen höre, dann könnte ich glatt in Tränen ausbrechen. Heute wurden zwei Christen getötet, genau wie gestern und vorgestern und noch vor weiteren Tagen. Sie alle wurden von muslimischen Extremisten aufgesucht und umgebracht. 'Jeden Tag werden wir zwei von euch töten', sagten sie.»

Der Freund, der selbst Christ sei, fürchte auch um sein Leben, schrieb die Frau. «Er kann nicht einmal die Schule besuchen. Im Januar 2010 wurde der Schulbus in Brand gesetzt, drei seiner Mitschüler wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Einer starb an seinen Verletzungen. In diese Schule gehen nur Christen. Der Grund für diese Anschläge war, dass die Extremisten verhindern wollen, dass die Christen weiterhin zur Schule gehen. Mein Freund und seine Mitschüler fürchten um ihr Leben und bleiben zuhause.»

Quelle: CSI, Open Doors

Datum: 08.03.2010

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Ein bisschen glauben?
An Gott glauben geschieht für viele so beiläufig und auch nur sporadisch. Das bringt nichts.
«Auf Quasseleien verzichten»
Wie können Gottesdienste attraktiver werden? Dazu hat der Rektor des Theologischen Seminars Elstal (FH), Prof. Volker Spangenberg, einen Zehn-Punkte-...
Einziges Schweizer Konzert
Am Pfingssonntag stehen Andrea und Albert Adams-Frey in Suhr (AG) auf der Bühne. Im Gepäck ihr neues Album «Im Namen des Vaters».
Mehr Lebensqualität
Wer flucht, muss büssen: Eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Massachusetts will künftig Ordnungsgelder verhängen.

Anzeige

Kommentar

Spannungsfeld Schule: Die Glaubensfreiheit ausüben
«In der Schule darf man ja immer weniger von seinem Glauben reden» oder «Die Schule wird ja immer...

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

27. Mai, 19.30Uhr in Suhr
lebe deine Berufung – mach einen Unterschied in dieser Welt!
17. Juni 2012, 10 Uhr in Bad-Zurzach