Am Volta-See in Ghana müssen mehrere hundert Knaben wie Sklaven als Fischer arbeiten. Darauf macht Dr. Ernest Taylor in einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration IOM aufmerksam.
Die Knaben werden von erwachsenen Fischern, so genannten „Slave Masters“, zur Arbeit gezwungen. In drei Dörfern fand Taylor 136 Sklavenhalter, die oft 13 oder 15, manchmal gegen 30 Knaben kommandieren. Insgesamt lebten in den Dörfern beim Besuch Taylors über 1'200 versklavte Kinder.
Die Knaben wurden von ihren Eltern für umgerechnet 70 bis 250 Franken an die Fischer verkauft. Die Sklavenhalter leisten normalerweise eine 50-Prozent-Anzahlung; der Vertrag läuft über ein bis drei Jahre. Doch einige Knaben, mit denen Taylor sprechen konnte, waren schon sechs Jahre in der Hand ihres Meisters. Sie äusserten den Wunsch, zu ihren Eltern zurückzukehren.
Die Knaben arbeiten in der Hochsaison von Tagesanbruch bis in die Nacht. Wer einschläft, wird geschlagen. Sie müssen die Netze in den seichten See hinaustragen und wieder einziehen. Mehrere Knaben ertranken, als ihnen befohlen wurde, zu tauchen das Netz zu lösen, das sich im Untergrund verfangen hatte.
Die IOM bemüht sich seit einem Jahr, die versklavten Knaben wieder zu ihren Eltern zurückzubringen. 571 Knaben wurden registriert. „Wir müssen sicherstellen, dass die Knaben nach ihrer Heimkehr auch zur Schule gehen oder eine Berufsausbildung machen können“, schreibt Ernest Taylor. Die Familien brauchen Mikro-Kredite.