Ein Fernsehausschnitt der die «Protokolle der Weisen von Zion» zeigt.
Teheran. Der Iran verbindet seit Jahren antisemitische Hetze mit Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Ein beliebtes Propagandamittel sind dabei unter anderem die seit mehr als einem Jahrhundert kursierenden «Protokolle der Weisen von Zion», eine Verschwörungstheorie über die vermeintliche jüdische Weltverschwörung, die in und von der Islamischen Republik freizügig übersetzt, gedruckt und verteilt wird.
Der staatliche Nachrichtensender IRINN hat nun in den vergangenen beiden Monaten eine Fernsehserie ausgestrahlt, die unter dem Titel «Das Geheimnis von Armageddon» in antisemitischer, antichristlicher und antiamerikanischer Weise den Endkampf zwischen den guten und den bösen Mächten thematisiert. Die Serie enthält zahlreiche Interviews von iranischen «Experten», die sich immer wieder auf die «Protokolle der Weisen von Zion» berufen. In der Episode vom 11. Mai erklärt etwa der iranische Dozent Ali-Reza Karimi: «Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass die ‚Protokolle der Weisen von Zion' die Pläne und die Politik des Ältestenrats der Sekte beinhalten, deren Ziel die Eroberung der Welt und die Errichtung einer globalen jüdischen Regierung sind, wie es 1897 in Basel auf dem ersten Zionistenkongress in Basel besprochen worden war.»
Der angebliche Wissenschaftler Shams Al-Din Rahmani behauptet in einer anderen Sendung, dass der Gründer der englischen Republik im 17. Jahrhundert, Oliver Cromwell, den Juden das britische Weltreich zur Verfügung gestellt und damit die Herrschaft bis hin nach Indien ermöglicht hätte. Weiter behauptete er, die Juden hätten den Sklavenhandel geschaffen und kontrolliert, wobei die meisten Sklaven schwarze Muslime gewesen seien.