ARD berichtet über Religion und Christen in China

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Folterungen von Christen in China soll kein Tabuthema mehr sein.
Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen und der Menschenrechtssituation findet man in den Medien viel über die Tibeter und ihren buddhistischen Glauben. Doch morgen Sonntag widmet sich die ARD in der Sendung «Kontrollierter Glaube» der Situation der Christen in China.

Auf der Suche nach religiösem Sinn finden laut ARD viele Chinesen zum Christentum. Den grössten Zulauf hätten die offiziellen Kirchen, dort seien die Termine für Erwachsenentaufen ausgebucht und vor den Gottesdiensten würden die Gläubigen Schlange stehen.

Religion: In welchem Ausmass praktizierbar?

Gleichzeitig würden aber auch viele Menschen ihren Glauben im so genannten Untergrund praktizieren, sie treffen sich in Hauskirchen. Immer mehr Firmen würden spirituelle Räume für ihre Mitarbeiter einrichten, auch Ahnenkult und Buddhismus erlebten eine Renaissance. Für den tibetischen Buddhismus würden sich vor allem erfolgreiche, junge Menschen interessieren. Doch in welchem Ausmass ist Religion in China tatsächlich praktizierbar und wie sehr werden jene verfolgt, die sich nicht an die Regeln der Partei halten? Diesen Fragen geht die Sendung aus der Reihe «Gott und die Welt» nach.

Der an der Universität in München ausgebildete Religionswissenschaftler Zhuo Xinping nimmt dazu Stellung, ebenso wie junge chinesische Buddhisten, Protestanten und Katholiken. Laut ARD entsteht dadurch «ein bislang unbekanntes Portrait über eine Weltmacht, die auf der Suche nach neuen ethischen Werten und alten Traditionen darum ringt, dass die Parteidisziplin nicht vergessen wird».

60 Millionen Christen im Untergrund

Laut Regierungsangaben gibt es fünf Millionen Katholiken und 16 Millionen Protestanten in China. Dagegen schätzt die Organisation «Open Doors» die Zahl der chinesischen Christen auf rund 80 Millionen. Davon seien 15 Millionen katholische Christen, 12 Millionen Protestanten der staatlich anerkannten Drei-Selbst-Kirche. Die übrigen 60 Millionen treffen sich in Untergrundkirchen und Hausgemeinden, die nicht vom Staat organisiert werden.

Laut Open Doors lehnt die Mehrzahl der Christen es ab, ihre Gottesdienste in staatlich genehmigten Kirchen abzuhalten, da diese durch Regierungsbehörden überwacht und gesteuert würden. Open Doors liegen Informationen über Fälle vor, in denen vor allem in ländlichen Regionen die Leiter von Hausgemeinden geschlagen oder inhaftiert wurden.

Sendetermin: Sonntag, 10. August 2008, 17.30 Uhr

Quellen: Livenet / Pro / ARD

Datum: 09.08.2008
Autor: David Sommerhalder

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