Exodus der Christen aus der Tigris-Metropole Mosul
Irakische Christinnen beim Gebet.
Bagdad. Aus Furcht vor der anhaltenden Gewalt gegen Christen hat in der nordirakischen Tigris-Metropole Mosul eine massive Fluchtbewegung eingesetzt. 1000 Familien seien in christliche Kleinstädte der Umgebung geflohen, wo sie in Schulen, Kirchen und Klöstern Zuflucht suchten, sagte der Provinzgouverneur von Ninive, Duraid M. Kashmula.
Er machte Anhänger des Terrornetzwerks "Al Kaida" für die Welle der Gewalt gegen Christen verantwortlich. In den Kleinstädten gibt es keinerlei humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge - trotz aller Hilferufe an das Rote Kreuz. Das irakische Innenministerium hat am Sonntag rund 900 Polizisten nach Mosul beordert, die dort christliche Viertel und Kirchen schützen sollen.
Zwei Brigaden mit jeweils 440 Polizisten seien nach Mosul entsandt worden, sagte der Sprecher des irakischen Innenministeriums, Abdelkarim Khalaf. Für die dortigen Kirchen gelte die höchste Sicherheitsstufe. In der Nacht auf Sonntag wurden zahlreiche Strassensperren errichtet, an denen die Polizisten Autos kontrollieren. "Wir haben den Christen über ihre Pfarrer mitgeteilt, dass wir da sind, um die Sicherheit jedes einzelnen Hauses, jedes Menschen zu gewährleisen", betonte ein Militärsprecher.