Der südindische Gliedstaat Karnataka ist seit 2008 ein heisses Pflaster für Christen. Die in der indischen Verfassung garantierte Religionsfreiheit wird der kleinen Minderheit versagt. Fast jede Woche kommt es zu Übergriffen fanatischer Hindus gegen aktive Gläubige. Die letzten Vorfälle:
Karnataka
Im Dorf Mallingpura bei Bagalkote im Norden Karnatakas zeigte ein Team von Christen am 19. August den indischen Jesus-Film. Während der Film lief, stürmten etwa 150 Aktivsten des Rashtriya Swayamsevak Sangh (wörtlich: Heimat-Freiwilligen-Corps, RSS, Kaderorganisation der Hindu-Nationalisten) auf das Gelände und befragten Pastor Hanok, den Leiter, und die jungen Christinnen, die mit ihm aus der Stadt Belgaum gekommen waren. Dann packten sie die Ausrüstung und alle Literatur und zwangen die Christen, mit ihnen zur örtlichen Polizeistation zu kommen. Am folgenden Tag erst wurden die Christen entlassen – mit der Warnung, man werde eine solche Vorführung in der Gegend nicht mehr zulassen.
Auf die Polizeistation gebracht
Mandya
In Mandya im Südosten Karnatakas wurden zwei Pastoren und mehrere Christen am 15. August verhaftet. Sheathes und Ravi Pas hielten wie an anderen Sonntagen in einem Haus einen Gottesdienst ab. Da drangen RSS-Aktivisten laut dem Bericht des Allindischen Christenrats AICC in die Versammlung ein und griffen die Gläubigen an. Darauf ergriffen sie die zwei Pastoren und etwa 20 Christen und brachten sie zur Polizeistation. Die Polizei liess die Einheimischen später frei, behielt aber Sheathes und Ravi Pas in Haft. Der AICC bemühte sich um ihre Freilassung.
Er liess sich nicht einschüchtern
Im benachbarten Gliedstaat Tamil Nadu hat die langjährige Kampagne der Hindus gegen einen unerschrockenen Christen Mitte August einen neuen Höhpunkt erreicht. Pastor S. Martin Rajasekaran wurde in seinem Haus in Peravurani verhaftet. Polizisten und Hindufanatiker hatten den Gottesdienst, den er da leitete, gesprengt. Dann jagten sie die Christen davon, beschlagnahmten die Verstärkeranlage und verschlossen das Haus. Rajasekaran zeigte man eine amtliche Verfügung, die besagt, dass er in seinem Haus keine gottesdienstlichen Versammlungen abhalten dürfe.
Pastor Martin Rajasekaran wohnte seit 14 Jahren im Dorf. Er hatte bis 2003 als stellvertretender Schulleiter einer Sekundarschule gearbeitet. Um sich der geistlichen Arbeit widmen zu können, liess er sich dann pensionieren.
Sechs Mal hatten Feinde des Christentum ihn bedroht und ihn aus dem gemieteten Haus vertrieben. Oft wurde er misshandelt und beschimpft. Die Anzeigen bei der Polizei fruchteten nichts. Schliesslich kaufte Martin ein Stück Land, um ein Haus zu bauen. Doch die Hindu-Fanatiker brachten die Arbeiten mit Drohungen zum Stillstand und zwangen ihn, es zu verlassen. Später konnte er den Bau fertigstellen. Die Verhaftung kündigte sich an, als die Polizei am 11. Juli auf Betreiben der RSS-Leute die Versammlung auflöste und die Christen vertrieb.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...