Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer - auch dank Gebeten, Worten, Taten und Leidensbereitschaft.
Der Fall der Berliner Mauer bleibt ein Wunder. Dies sagte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler gestern Montag, am 20. Jahrestag des Durchbruchs zur Freiheit, dem die Einigung Deutschlands folgte.
Die Bürgerrechtler und Christen der DDR, die sich für eine bessere und freiere Ordnung einsetzten, leisteten wesentliche Vorarbeit, mit Gebeten, Worten, Taten und Leidensbereitschaft. Doch dass die Ostberliner Herrscher und ihre durch Ideologie und Schiessbefehl gehärteten Offiziere nachgaben und Gorbatschow mit der Sowjetführung zusah, bleibt eine glückliche Fügung, über die Europa und die Welt nur staunen können, auch 20 Jahre danach. Der Bundespräsident rückte den Tag in den Bereich des nicht Machbaren; letztlich gab es Gott, dass die Mauer fiel und der «Aufstand gegen Zwang und Lüge» Erfolg hatte.
In Europa haben Menschenwürde und die Sehnsucht nach Freiheit eine lange Tradition. Ein Blick auf den Globus zeigt Leiden, Willkür und Grossmannssucht an den Grenzen, die nicht fallen: Nordkorea bleibt ein Gefängnis. Pakistan ringt noch um Kaschmir. Eritrea schöpft aus der Feindschaft zum grossen Nachbarn Äthiopien einen Nationalismus, der evangelischen Kirchen nicht Raum gibt. Birmas Herrscher liessen nach dem Wirbelsturm nur wenige genehme Helfer ins Land. Die Beispiele liessen sich vermehren.
Dass einem Volk, das seine Trennung durch vermessene Überheblichkeit selbst über sich gebracht hatte, durch den Mauerfall die staatliche Einheit wieder geschenkt wurde, bleibt ein Wunder. Der Himmel meinte es gut mit den Deutschen. - Fehlt Christen der Glaube, weitere Wunder zu erbitten?
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