Altbischof Wolfgang Huber hat die Mitgliedschaft des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff in der evangelischen Bewegung «ProChrist» verteidigt: «Ich bin froh darüber, dass sich Politiker in unserem Land als Christen erkennbar machen.»
Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stärkte dem neuen Bundespräsidenten den Rücken: Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Wulff habe sich wie er selbst und viele andere Politiker im Kuratorium von «ProChrist» engagiert. Dies sei ein reines Ehrengremium und habe keinen unmittelbaren Einfluss auf Planung und Gestaltung von «ProChrist»-Veranstaltungen.
Dieser Einsatz komme «aus der Überzeugung heraus, dass es wichtig ist, Initiativen zu unterstützen, die den christlichen Glauben in die Öffentlichkeit bringen und Menschen erreichen, denen der Glaube fremd geworden ist», sagte Huber.
Huber: «Nicht zielführend!»
Wulffs Mitgliedschaft im «ProChrist»-Kuratorium sei im Vorfeld der Wahl für eine «Parteinahme» ausgenutzt worden. Er habe es als «deplaziert und kleinkariert» empfunden, dem Politiker einen Austritt zu empfehlen, sagte Huber. Ein solcher wurde dem nun jüngsten Bundespräsidenten (51) kurz vor der Wahl nahegelegt. Heise.de titelte beispielsweise: «Wulff: ein Missionar auf dem Weg nach Bellevue?»
Es sei selbstverständlich, dass Wulff in seinem neuen Amt die bisherigen Aufgaben, Ehrenämter und Funktionen überprüfen werde. In der Diskussion über «ProChrist» sieht der Theologe den Versuch, «eine neue Debatte über Evangelikale in der EKD und in den Freikirchen anzuzetteln, die nicht besonders zielführend ist».
Der deutsche Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP) hat gefordert, die Religionsfreiheit auch in seinem Land in vollem Umfang umzusetzen. «Das...
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