Warum freikirchliche Gemeinden sterben

Kassel. Freikirchliche Gemeinden können auch sterben. Darauf wird in der im Oncken Verlag (Kassel) erscheinenden Zeitschrift „Theologisches Gespräch - Freikirchliche Beiträge zur Theologie“ hingewiesen, die gemeinsam vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und dem Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) herausgegeben wird. In einem Heft zum Thema „Sterbende und wachsende Gemeinden“ kommen vor allem FeG-Autoren zu Wort.

Wie FeG-Bundessekretär Wolfgang Schulze (Witten) schreibt, hat in seiner Freikirche in den vergangenen zehn Jahren jährlich etwa eine Gemeinde ihre Arbeit aufgegeben, weil der Nachwuchs immer stärker hinter den Mitgliederverlusten zurückgeblieben sei. In den Ursprungsgebieten des Bundes - dem Rheinland, dem Bergischen Land, dem Ruhrgebiet und Hamburg - gebe es Gemeinden mit einem Altersdurchschnitt von über 60 Jahren. Dazu Schulze: „Für die nächsten Jahre ist absehbar, dass sie durch den Tod weiterhin grosse Verluste haben werden. Ein Ausgleich durch junge Leute erscheint unrealistisch.“

Laut Schulze gibt es auch nicht beeinflussbare Faktoren für die Gemeindeentwicklung, etwa die Grösse des Ortes oder das kirchliche Umfeld: „Ob eine benachbarte Kirchengemeinde eine gute missionarische Arbeit macht oder eher ihre treuen Mitglieder vergrault, spielt eine Rolle.“ Manche Fehler habe eine schrumpfende Gemeinde aber auch selbst zu verantworten. In dem Zusammenhang kritisiert Schulze ein „introvertiertes Verhalten“. Gemeindefremde hätten es schwer, sich in einer Gemeinde zu engagieren, deren Kultur sich stark von der Prägung der übrigen Gesellschaft unterscheide. Zu den positiven Massnahmen zählt Schulze ansprechende Gottesdienste mit packender Verkündigung, verbindliche Gemeinschaft in kleinen Gruppen sowie offensive Evangelisation und Diakonie. Eine Gemeinde müsse ihre Arbeitweise immer wieder verändern, um Menschen zu gewinnen.

Datum: 06.04.2002
Quelle: idea Deutschland

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