«Vollkommenheit – Hoffnung – Weite – Dynamik – Einsamkeit – Feuer – Geduld –Sehnsucht»: Diese und weitere Begriffe finden sich neu auf Metalltafeln in den nördlichen Stadtteilen Zürichs. Sie sind Stationen des «Besinnungswegs Zürich-Nord», der am Sonntag, 22. August, eingeweiht wurde.
Der «Besinnungsweg Zürich-Nord» regt zum Nachdenken an.
Der Besinnungsweg verfügt weder über einen Anfang noch über ein Ende. 90 km lang ist das Geflecht aus dem Rundweg, dem «Lebensweg» und fünf von ihm umgebenen Teilwegen, die sich beliebig miteinander kombinieren lassen, zu Fuss, mit dem Velo und teils mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Teilwege heissen «Welt wahrnehmen», «Zusammen unterwegs sein», «Getragen und getröstet sein», «Suchen» und «Menschsein».
Schattenseiten bedenken
Anlässlich der Eröffnungsfeier bezeichnete CVP-Stadtrat Gerold Lauber die Tafelstandorte als «unheimlich, schräg, unwirtlich oder gar ungepflegt». Man werde so gezwungen, sich auch mit den weniger schönen Seiten des Lebens auseinanderzusetzen, ohne die schönen Seiten auszuklammern, sagte Lauber. Diese Auseinandersetzung sei wertvoll.
Kirchgemeinden miteinander
Die Metalltafeln befinden sich an ganz unterschiedlichen Standorten.
Das besinnliche Wegnetz, mit Stücken abseits der verkehrsreichen Strassen, ist ein Werk der reformierten Kirchgemeinden in Zürich-Nord: Affoltern, Oerlikon, Saatlen, Seebach und Schwamendingen. Der Verband der evangelisch-reformierten Kirchgemeinden der Stadt stellte anlässlich seines 100-jährigen Bestehens 80.000 Franken für die Realisierung bereit.
Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, hätten die Initianten darauf verzichtet, den Besinnungsweg zu einem christlich-religiösen Lehrpfad zu formen, heisst es im «Tages-Anzeiger». «Alle Menschen, auch solche aus anderen Religionen, können so ihren eigenen Zugang finde», meinte EVP-Kantonsrat Peter Ritschard gegenüber der Zeitung.
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