Kommentar

Menschen und ihre Grenzen

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Der Vulkan bleibt aktiv. Womöglich haben wir die Auswirkungen unterschätzt und gehofft, der Spuk werde nach ein, zwei Tagen vom Regen oder vom Wind beendet. Da geht ein Vulkan in die Luft, und schon steht ein Teil dieser Welt still und die Welt tickt völlig anders.

Kein Wissenschaftler kann voraussagen, wie lange der Berg noch aktiv sein wird. Jederzeit können die Eruptionen aufhören - oder aber tagelang, monatelang oder gar über Jahre weitergehen. Und die Kosten? Welche Bedeutung hat dieser Vorfall für die Wirtschaft?

Die «Berliner Morgenpost» kommentiert: «Die Asche, die der isländische Vulkan in den Himmel über Europa gehustet hat, ist keine biblische Strafe. Die Eruption ist vielmehr einer von vielen Störfällen der Natur, die zum Alltag der Erdgeschichte gehören.»

Ein Bekannter sagte mir hingegen gestern: «Da muss Gott nur ein bisschen an der Schraube drehen, und schon sind wir hilflos.»

Nun, wie kann man diese gegensätzlichen Aussagen einordnen? Die Erde ist uns nicht wirklich untertan. Sie führt ein heftiges Eigenleben. Allen Anstrengungen zum Trotz ist die Natur immer noch die höhere Gewalt. Vulkanausbrüche gehören zu den Naturkatastrophen, die sich dem menschlichen Einfluss entziehen. Wenn die Natur ihrer Wege geht, nimmt sie keine Rücksicht auf unsere moderne Zivilisation. Der Mensch wird mit seinen Grenzen konfrontiert.

Menschen aller Glaubensrichtungen sind oft zu schnell dazu bereit, bei solchen Vorfällen genau das hineinzulegen, was sie darin sehen wollen. Man sollte sehr vorsichtig sein, welche Aussagen man über derartige Naturkatastrophen macht. Denn wenn man zu viel sagt - in der Annahme, man kenne das Kleingedruckte im Ratschluss Gottes - dann ist es gut möglich, dass man sich irrt.

Andererseits, wenn man dazu schweigt, dann erweckt man den Anschein, als hätten derartige Katastrophen für den Menschen keinerlei Botschaft. Ich bin der Ansicht, dass Gott sehr wohl durch derartige Ereignisse zu den Menschen sprechen kann.


Unglücke helfen uns dabei, zu erkennen, was wirklich von Wert ist und was nicht: Tragödien trennen das Unwichtige von dem Wichtigen. Wenn sich Katastrophen ereignen, dann sollte man weniger darüber reden, sondern mehr Zeit im Gebet verbringen.

Unerwartete Tragödien machen Schluss mit der Illusion eines vorhersehbaren Lebens. Naturkatastrophen unterstreichen die Worte die Jakobus in der Bibel gesagt hat, dass wir nie wissen, wie unser Leben morgen sein wird: «Ein Dampf, der für eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet.»

Datum: 19.04.2010

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