Kommentar

Beten für Pakistan – und Sudan?

Wer denkt angesichts der Katastrophen in Pakistan und Haiti noch an Darfur? Darfur – ach ja, in der entlegensten Ecke Afrikas. Die Reporter sind abgereist, die das Elend von Millionen ins Bild setzten und das menschenverachtende sudanesische Regime anprangerten. Südsudan? Wer befasst sich noch mit dem lange geschundenen Gebiet an der Grenze zwischen arabisch-islamischer und schwarzafrikanischer Welt?

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Vertriebene in Norddarfur.
Auch in der globalisierten Welt ist den meisten das Hemd näher als der Rock. Wir nehmen fernes Leid zwar wahr, aber finden Gründe, uns mit näher liegenden Problemen zu befassen. Tragen die Medien, indem sie uns mit den aktuellen Katastrophenbildern bedrängen, zum Ausblenden älterer bei?

Völker in der Krise öffnen sich für Neues. Christen sind gerufen, mit ihren Gebeten als Fürbitter darauf hinzuwirken, dass Gott sich ihnen zeigen, Menschen und Gemeinschaften heilen, wiederherstellen und retten kann. Mediale Schlagzeilen motivieren zu Gebet – doch es soll über sie hinausgehen und Situationen ansprechen, denen sich die Medien nicht (mehr) widmen: Leidende im Schatten, vergessene Notgebiete wie der Osten Kongos, auch Menschen in unserem Land, denen Unrecht getan wird und die keine Fürsprecher haben.

Im Südsudan werden Weichen gestellt. Die Volksabstimmung über die Sezession steht im kommenden Januar an. Ihre korrekte Durchführung wird nicht genügen, wenn nicht das Ausland helfend unter die Arme greift. Die meisten Menschen sind Analphabeten. Wie soll sich unter diesen Voraussetzungen der Südsudan als eigenständiges Land entwickeln, nachdem Khartum ihn über Jahrzehnte hemmungslos ausgebeutet und maltraitiert hat?

Motivieren diese Facts zum Gebet – über Monate? Gott liebt jeden Menschen, der über die Erde geht, nicht nur jene, die wie wir sind.

Zum Thema:
Im Südsudan steigt die Spannung 


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