«Religion von Anfang an»

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Eine Broschüre zur religiösen Bildung von Kleinkindern haben Diakonie und evangelische Kirche in Baden-Württemberg herausgegeben. Sie soll Erzieherinnen dabei helfen, den Kindern den christlichen Glauben zu vermitteln. Mit der Broschüre «Religion von Anfang an», soll religiöse Bildung nicht nur Kindern, sondern bereits von Geburt an vermittelt werden.

Leon sitzt aufmerksam da und beobachtet, wie die Erzieherin die Kerze anzündet. Der 20 Monate alte Junge weiss genau, dass jetzt der Morgenkreis in der Kindertagesstätte Kinderarche in Karlsruhe beginnt. Jedes Kind wird noch einmal einzeln begrüsst. Und es werden gemeinsam Lieder gesungen und gebetet.

Wertschätzende Zuwendung

Das allmorgendliche Ritual ist Bestandteil der religiösen Bildung in der evangelischen Tageseinrichtung. Dies wird dort allerdings viel umfassender verstanden als bisher in Kindertageseinrichtungen üblich und beginnt schon bei den Jüngsten, die zwischen null und drei Jahren alt sind. Dazu gehört etwa, dass sich die Erzieherinnen ganz dem Kind widmen, auch beim Wickeln. Die Kinder erfahren eine achtsame Berührung und wertschätzende Zuwendung, wie Leiterin Barbara Braasch-Sutor erläutert.

Nähe und Distanz wahren

Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen: genügend und gut ausgebildetes Personal. Dafür werden «gereifte und kompetente Erzieherinnen gebraucht, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und keine Bindungen oder Abhängigkeiten aufbauen, sondern eine gesunde Nähe und Distanz wahren», so Braasch-Sutor, die an einer Arbeitshilfe von Kirchen und Diakonien in Baden-Württemberg zur religiösen Bildung von Kleinkindern mitgearbeitet hat.

In der Broschüre «Religion von Anfang an» wird beschrieben, wo Kinder sich geborgen fühlen und Vertrauen und Ermutigung erfahren». Wie wichtig das Thema Frühpädagogik ist, zeigt auch die grosse Nachfrage für das Heft. Laut Diakonie liegen bereits viele Bestellungen vor.

Religiöse Kommunikation

Religiöse Bildung sollte nicht nur älteren Kindern, sondern bereits von Geburt an vermittelt werden, sagt der Direktor des Religionspädagogischen Instituts der badischen evangelischen Landeskirche, Professor Hartmut Rupp. Schliesslich sei Bildung nicht nur etwas Intellektuelles. Das Evangelium werde auch durch Berühren, Ansehen, Tragen der Kinder, zusammen den Alltag verbringen, durch Ansprechen oder mit einem gemeinsamen Essen vermittelt. «Die religiöse Kommunikation auf dieser Ebene müssen wir erst noch entdecken und mit dem Erziehungsalltag in den Kindergärten verbinden», so Rupp.

Religiöse Rituale, einfache biblische Geschichten, christliche Lieder und Gebete lernen schon die Jüngsten wie Leon kennen. In der Kindertagesstätte macht er Erfahrungen von Vertrauen und Verlässlichkeit, erlebt Schutz, Fürsorge und Unterstützung. Beim Abschlussgebet im Morgenkreis hält sich Leon mit anderen Kindern an den Händen und versucht auch mitzusprechen. Danach frühstücken die Kinder gemeinsam, bevor es ans Spielen geht.

Datum: 21.04.2010
Quelle: Epd

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