Nach Protesten von Christen haben zwei TV-Stationen im Libanon die Ausstrahlung einer iranischen Filmserie über Jesus am Freitag gestoppt. Die Stationen stehen der Hisbollah nahe.
Umstritten: Darstellung von Jesus in einer iranischen Filmserie.
Die Serie unter dem Titel «Der Messias» zeigt Jesus, wie ihn der Koran schildert: als Prophet, nicht als Sohn Gottes. Die Ausstrahlung begann am Dienstag, dem 1. Tag des Ramadan. Am Donnerstag forderte der Bischof der maronitischen Nationalkirche Bashara Al-Raai den Stopp. Der Film widerspreche den Lehren der Bibel, welche von Christen weltweit geglaubt würden.
Christliche Gruppen versammelten sich am Freitag im katholischen Zentrum Beiruts, um gegen die Ausstrahlung zu protestieren. Darauf stoppten die TV-Sender die Ausstrahlung, um weiteren Aufruhr zu vermeiden. Informationsminister Tarek Mitri versuchte laut einem CNN-Bericht die Gemüter zu beruhigen.
«Der Messias» wurde 2008 als Kinofilm im Iran gezeigt und später fürs Fernsehen adaptiert. Für die Ausstrahlung im Ramadan wurde er arabisch synchronisiert. Laut einer Agenturmeldung hatten zuständige Behörden und Religionsgemeinschaften zuvor keine Bedenken angemeldet.
Auch Sunniten protestierten gegen die Serie aus dem schiitischen Iran, weil ein Schauspieler Jesus darstellt. Darstellungen von Propheten sind Sunniten zuwider.
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